Tragikomödie

„So viel Zeit“ im Kino

Der erfolglose Ex-Gitarrist Rainer (Jan Josef Liefers) erfährt, dass er einen Hirntumor und nur noch wenige Monate zu leben hat

Universum Film

Daraufhin schwört er sich, seine vor 30 Jahren gescheiterte Rock-Band Bochums Steine ein letztes Mal wieder aufleben zu lassen – doch das ist schwerer als erwartet, denn seine ehemaligen Bandkollegen haben ihm nie verziehen, dass er die Band damals während eines Auftritts in den Ruin getrieben hat.

Nebenbei versucht er, möglichst viel seiner verbleibenden Zeit mit seinem kleinen Sohn zu verbringen, der unter der Scheidung seiner Eltern und vor allem der Unzuverlässigkeit seines Vaters leidet. So weit, so unspektakulär.

Obwohl der Film das Leben des bemitleidenswerten Ex-Rockers und seiner ähnlich verbitterten Ex-Kollegen porträtiert, wird nicht viel Musik gespielt. Stattdessen dreht sich die Handlung vorrangig um eine emotionale Vater-Sohn-Beziehung, eingerostete Freundschaft und das Thema neugewonnener Lebensfreude. Regisseur Philipp Kadelbach versucht sich dabei an einem Grat aus Ernst und komödiantischen Szenen, was nicht wirklich funktioniert. Der Film bleibt vorhersehbar, die Charakterisierungen flach und ohne Überraschungen – daran vermögen auch die zwei kleinen Auftritte der Scorpions oder die gelungene Darstellung von Jürgen Vogel und Armin Rohde als gescheiterte Rockmusiker nichts zu ändern.

So viel Zeit D 2018, 101 Min., R: Philipp Kadelbach, D: Jan Josef Liefers, Jürgen Vogel, Matthias Bundschuh, Armin Rohde, Richy Müller, Start: 22.11.

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