Kino & Stream

Sohn im Heimathafen Neukölln

Sohn

Auf „Tremors“, das Debütalbum von Sohn, war man schon sehr gespannt. Der zwischen London und Wien pendelnde Christopher Taylor hat in letzter Zeit beständig auf den Hype um dieses Werk hingearbeitet. Erster Indikator war ein Remix von Lana Del Reys Single „Ride“. Er nahm sich den Gesang und schickte ihn mithilfe von surrenden Synthesizern und zarten Beats über einen verträumten Parcours. Parallel kam Ende 2012 seine eigene EP „The Wheel“ auf den Markt, die wegen einer dramatischen Überzeichnung im Text („I died a week ago, there’s nothing left“) von sich reden machte. Einige dachten schon, die Ära des Gothic-Soul stünde bevor. Ganz so morbid muss man sich seine Welt aber nicht vorstellen. Hierzu  passen auch Genrebegriffe wie Post-Dubstep, TripHop oder auch digitaler Soul. Sohn nähert sich diesem Terrain nie treu nach Vorlage. Seine Songs beginnen mit minimal ausstaffierten elektronischen Flächen, die mit zunehmender Dauer an Fülle gewinnen und dann zu Höhepunkten kommen, die euphorische Wirkung entfalten. Als Soundmaler ist Sohn fraglos ein Zugewinn. Er bearbeitet die Stimme, wo er nur kann. Mal zerhackt er sie und loopt ihre Überreste, mal schichtet er mehrere Spuren in bester 10-cc-Manier übereinander. Sohn hat an all dem ohne großen Kontakt zur Außenwelt in seinem Studio gebastelt. Auf der Bühne bleibt er aber nicht allein, sondern wird von Keyboarder Albin Janoska und Bassist Stefan Fallman unterstützt.

Text: Thomas Weiland

Foto: Amelia Troubridge

Sohn, ?Heimathafen, So 13.4., 21 Uhr, VVK: 20 Euro zzgl. Gebühr

Mehr über Cookies erfahren