Melodram

„Solange ich atme“ im Kino

Andy Serkis erzählt in vergnüglichem, mitunter sentimentalem Ton von einem Briten, der in Afrika an Kinderlähmung erkrankt

Square One/ Universum

Das Regiedebüt von Andy Serkis – bekannt als Darsteller des Gollum in „Herr der Ringe“ und aus den neuen „Planet der Affen“-Filme – ­erzählt nach einer wahren Geschichte das ­Leben von Robin (Andrew Garfield) und Diana (Claire Foy). Das witzige und abenteuerlustige Paar aus der britischen Upper Class lernt sich Ende der 50er-Jahre kennen. Die Aristokratin begleitet ihren frischgebackenen Ehemann nach Afrika, wo er sich eine Existenz als ­Teehändler aufbaut. Dann der Schicksalsschlag: Der 28-jährige Robin bricht bei einem Tennismatch zusammen. Die Diagnose: ­erschütternd – der Brite hat Kinderlähmung, eine Infektionskrankheit mit zu dieser Zeit schlechter ­Prognose. Vom Hals abwärts gelähmt kann Robin nie wieder ohne ein Beatmungsgerät ­leben.

Das Ehepaar kehrt nach England zurück, wo Robin an ein Bett im Krankenhaus gefesselt ist. Er verfällt in eine tiefe Depression und bittet, den Respirator abzudrehen. Aber die hochschwangere Diana lässt sich zur Pflegerin ausbilden, um ihren Gatten nach Hause zu holen. Unterstützung findet sie durch ihre exzentrischen Brüder und einen Erfinder.

Serkis erzählt das Drama oft in vergnüglichem, mitunter sentimentalem Ton. Das Spiel von ­Andrew Garfield ist bemerkenswert, steht ihm doch nur die Mimik des Gesichts zur ­Verfügung. Den Film trägt aber Claire Foy. Als Diana gibt sie den patenten Typ, zeigt aber auch eindringlich, wann diese Aufopferung an Grenzen stößt. Der Film entlässt einen mit der tröstlichen Botschaft, dass kein Hindernis den mensch­lichen Geist aufhalten kann.

Solange ich atme GB 2018, 118 Min., R: Andy Serkis, D: Andrew Garfield, Claire Foy, Hugh Bonneville, Tom Hollander, Start: 19.4.

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