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„Sommer auf dem Land“ im Kino

sommer_auf_dem_land_c_farbfilm_verleihVon einem Fall ungewöhnlicher Trauerarbeit erzählt das Kinodebüt von Radek Wegrzyn. Ein polnischer Pianist muss darin den Krebstod seiner geliebten Frau, einer berühmten Sopranistin, verarbeiten. Dazu verkriecht er sich im mütterlichen Bauernhaus an der polnischen Ostsee, wo die Depression allerdings nicht lange währt. Zum einen fordert die resolute alte Mutter tägliche Mitarbeit ein. Noch ablenkender wirkt das Auftauchen einer sonderbar musikbegabten Kuh, in der der Klavierspieler die Seele seiner Frau wähnt. Zunehmend märchenhaft färbt sich der Film; das im zeitlosen Nirgendwo verortete Dorfszenario erscheint als prallbunte Idylle, kräftig überzeichnet ist auch das Figurenkabinett um treudoofe Milchmänner und hastige Dorfpfarrer. Gänzlich rund läuft das Spiel zwischen Tragik und Komödie zwar nicht, was auch an der etwas hölzernen deutschen Synchronisation liegen mag. Die eindringlichste Qualität des Films liegt immer noch in der Geschichte selbst, samt ihrer hübsch verschrobenen Spiritualität.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Farbfilm Verleih

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Sommer auf dem Land“ im Kino in Berlin

Sommer auf dem Land Deutschland/Polen/Finnland 2011; Regie: Radek Wegrzyn; Darsteller: Zbigniew Zamachowski (Bogdan), Agata Buzek (Anna), Antoni Pawlicki (Pawel); 93 Minuten; FSK 12

Kinostart: 16. Februar

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