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„Sommer in Orange“ im Kino

sommer in orangeWir schreiben das Jahr 1980. Eben war die Welt in Talbichl, idyllisch gelegen inmitten der bayrischen Provinz, noch in Ordnung. Dann aber lässt sich eine Sanyassin-WG auf einem der Bauernhöfe nieder und will ein Therapiezentrum aufbauen. Vorbei ist es mit der Ruhe. Die Eingeborenen beobachten das Treiben der nicht selten halbnackten neuen Nachbarn mit Argwohn. Die Geschwister Lili und Fabian beobachten argwöhnisch zurück. Und Mutter Amrita verliert auf der Suche nach sich selbst ihre Kinder aus den Augen.

Bauern treffen auf Esoteriker, Hinterwäldler auf Gspinnerte – wer sich da nicht sofort auf die Schenkel klatscht, der hat keinen Humor. So oder so ähnlich muss Marcus H. Rosenmüller gedacht haben, als er daran ging, mit „Sommer in Orange“ eine sogenannte Culture-Clash-Komödie zu drehen. An der ist allerdings die Gleichzeitigkeit zweier einander entgegengesetzter Tonlagen problematisch: Während die Welt der Erwachsenen als hysterisch überdrehte in Szene gesetzt ist, werden die Konflikte der Kinder mit großem Ernst als existenzielle behandelt. Das fügt sich nicht zusammen, und so geht „Sommer in Orange“ zwischen Chargenstück und Charakterdrama in die Irre.

Text: Alexandra Seitz

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Sommer in Orange“ im Kino in Berlin

Sommer in Orange Deutschland 2011; Regie: Marcus H. Rosenmüller; Darsteller: Petra Schmidt-Schaller (Amrita), Amber Bongard (Lili), Bela Baumann (Fabian); 110 Minuten; FSK 12

Kinostart: 18. August

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