Komödie

­“Sommerfest“ im Kino

Die Hassliebe zur eigenen Herkunft zieht sich durch Sönke Wortmanns Ruhrpott-Komödie wie ein roter Faden

Foto: Tom Trambow/ X-Verleih

Vor 25 Jahren schickte Regisseur Sönke Wortmann in „Kleine Haie“ seine Helden vom Ruhrgebiet auf die Schauspielschule nach München. Was daraus möglicherweise geworden ist, zeigt diese nostalgische Komödie mit Melancholie-Potenzial.
Stefan (Lucas Gregorowicz) lebt nun als Schauspieler in München. Nach dem Tod seines Vaters kehrt er nach Bochum zurück, um ihn schnell unter die Erde zu bringen. Denn seine alte Heimat mag Stefan immer noch nicht.
Die Hassliebe zur eigenen Herkunft zieht sich wie ein roter Faden durch den Film. Doch das Spezielle des Ruhrpotts, aus dem auch Wortmann stammt, wird arg platt in Szene gesetzt. Dabei blickt auch Frank Goosens gleichnamiger Roman, der als Vorlage diente, auf die Region durchaus mit Humor, aber eben nuancenreicher. Ansonsten ist „Sommerfest“ durchaus stimmig und subtil inszeniert. Etwa, wenn es um die Projektionen der alten Freunde auf Stefans Beruf angeht oder in Sachen Romantik: Bis Stefan seine Jugendliebe Charlie (Anna Bederke) trifft, ist der Film fast vorüber. Und auch in dem Punkt kommt manches anders, als man denkt. Ein netter Blick auf die Lebensmitte.

Sommerfest D 2017, 92 Min., R: Sönke Wortmann, D: Lucas Gregorowicz, Anna Bederke, Nicolas Bodeux, Start: 29.6.

Mehr über Cookies erfahren