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Sophie Marceau in „LOL“ im Kino

Sophie Marceau in einer beschwingten Schülerkomödie über emotionale und erotische Wirrun­gen Heranwachsender in Paris – klingt das irgendwie entfernt vertraut? Fast 30 Jahre ist es her, dass „La Boum – Die Fete“ und sein Sequel Kassenschlager mit Kultstatus waren. Heute spielt Marceau in Lisa Azuelos’ „LOL“ die attraktive, frisch getrennte Mutter der Erzählerin Lola, genannt Lol, die sich auf dem kommunikationstechnischen Niveau des 21. Jahrhunderts mit denselben alten Problemen um erste Liebe und elterliche Sorge herumschlägt. Gab es damals Krach um das stundenlang blockierte Telefon, trifft heute das Internetverbot den kommunizierenden Pubertanden als Sanktion im Range von Isolationshaft.
Struktur – der Verlauf eines Schuljahres – und Sujet – wie stehen alle Beteiligten die Pubertät ohne Schaden an Leib, Seele und sozialem Status durch – sind dieselben, und doch ist das Ergebnis ein ganz anderes. „LOL“ ist „La Boum 2.0“: eine geglättete Fantasiewelt, gegen die sich eine „Bravo“-Fotolovestory wie eine sozial­realistische Milieustudie ausnimmt. Statt auf respektvolle Distanz zur latenten Hysterie dieser Zeit der ersten Male zu gehen, will der Film ganz nah dran sein und übernimmt das jugendliche Posing, ohne die Fragilität der Selbstentwürfe in die Inszenierung zu über­setzen.

Text: Stella Donata Haag

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „LOL“ im Kino in Berlin 

LOL (Laughing Out Loud), Frankreich 2008; Regie: Liza Azuelos; Darsteller: Sophie Marceau (Anne), Christa Theret (Lola), Jйrйmy Kapone (Maël); Farbe, 103 Minuten

Kinostart: 27. August

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