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„Sound of Noise“ im Kino

Sound_of_noisePolizeiinspektor Amadeus Warnebring kann Musik nicht ausstehen. Kein Wunder, stammt er doch aus Schwedens berühmtester Musikerfamilie. Schon beim Klang eines Metronoms sträuben sich ihm die Nackenhaare, und genau so ein kleiner Holzkasten führt ihn auf die Spur von Musikern, die seine Stadt terrorisieren. „Music for One City and Six Drummers“ nennt sich das Opus ihres Rädelsführers, die Zeit ist reif dafür. In schönster Guerilla-Manier nutzen die zu allem entschlossenen Perkussionisten markante Punkte ihrer Großstadt und spielen mit allem, was sie dort vorfinden. Operationsraum, Bank, Elektrizitätswerk oder ein Verkehrsknotenpunkt – ihre Fantasie kennt keine Grenzen. So wird beispielsweise ein Patient zum unfreiwilligen Resonanzkörper, begleitet vom Rhythmus betrommelter Sauerstofflaschen, Beatmungsmaschinen, Skalpellen und Herzfrequenzmessern. Und schnell staunt man sich weiter durch den herrlich subversiven Ideenreichtum dieser schwedischen Komödie. „Sound of Noise“ ist nicht nur Musikfilm, sondern auch Liebesgeschichte und Krimi in einem. Ohne Längen, voller Überraschungen, voller Lust am Klang.

Text: Cristina Moles Kaupp

Foto: Wild Bunch 2011

tip-Bewertung: Herausragend

Sound of Noise Schweden/Frankreich 2010; Regie: Johannes Stjärne Nilsson Ola Simonsson; Darsteller: Bengt Nilsson (Amadeus Warnebring), Sanna Persson (Sanna), Magnus Börjeson (Magnus); 102 Minuten; FSK 12

Kinostart: 11. August

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