Drama

„Soy Nero“ im Kino

Eher grobe Striche: „Soy Nero“ von Rafi Pitts

Foto: Neue Visionen
Foto: Neue Visionen

Mit dem radikal regimekritischen „Zeit des Zorns“ torpedierte der ­iranische Regisseur Rafi Pitts vor sechs Jahren bewusst nicht nur seine Karriere in der Heimat. Im Exil legt er nun mit „Soy Nero“ einen Film vor, der sich mit den Missständen der USA beschäftigt. Nicht, dass es die nicht gäbe, aber als Außenstehender in groben Strichen über ein fremdes Land zu urteilen, das mutet mitunter etwas anmaßend an. In Europa mag Pitts mit seiner Geschichte über ­einen mexikanischen Migranten, der nach Amerika geht, um sein Glück zu finden, offene Türen einrennen, ein wirklich fundiertes Bild über die Zustände in den USA liefert er nicht ab.

Dabei ist sein Thema im Kern spannend: Um sogenannte Green-Card-Soldaten geht es, Migranten, die für die USA in den Krieg ziehen und – falls sie ihren Einsatz in Irak, Afghanistan oder sonstwo überleben – zur Belohnung die Green Card erhalten, eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung. Von Mexiko über L.A. bis in den Nahen Osten springt Pitts Geschichte. Am Ende wirkt „Soy Nero“ wie ein Film, der ganz genau zu wissen meint, was richtig und was falsch ist, was gut und böse. Auch wenn man Pitts’ Amerika- und Globalisierungskritik mehr oder weniger zustimmen mag: Wirklich interessantes Kino ist das eher nicht.

Soy Nero D/ F/MEX 2016, 118 Min., R: Rafi Pitts, D: Johnny Ortiz, Rory Cochrane, Start: 10.11.

Bewertungspunkte4

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