Nahostdrama 

Soziale ­Verpflichtung „Wajib“ im Kino

Wajib bedeutet übersetzt ­soziale ­Verpflichtung

MEC Films

Sie sitzen im Auto, lachen, fahren durch die Stadt. Shadi am Steuer, sein Vater zeigt ihm den Weg. Man könnte meinen, sie hätten Spaß. Aber Abu Shadi und sein Sohn leben in verschiedenen Welten. Sie sind unterwegs, um die unzähligen Familienmitglieder, Freunde und Bekannte zur Hochzeit von Shadis Schwester Amal einzuladen. Einmal quer durch Nazareth. Shadi lebt seit einigen Jahren als Architekt in Rom. Nun zieht es ihn zurück in sein Heimatland und zum Vater – ein Mann Mitte 60, der als Lehrer in der Stadt ­arbeitet. Insgeheim hofft der, dass sein Sohn zu ihm zurückkehren wird.

Die grundverschiedenen ­Lebensweisen in dem Drama von Annemarie Jacir sorgen für ­Konflikte, etwa bei der Frage über die Einladung jüdischer Gäste. Wir erleben nicht nur die Tücken der Vater-Sohn-­Beziehung, sondern tauchen auch ein in die Gegenwart des Nahen Ostens. „Wajib“ bedeutet soziale Verpflichtung und ist mit etlichen Filmpreisen ausgezeichnet worden. Die Schauspieler ­Mohammad und Saleh Bakri sind auch im wirklichen Leben Vater und Sohn und verleihen dem Film dadurch einen besonderen Charme. Und es ist jederzeit zu spüren, wie stolz Vater Shadi trotz allem auf seinen Sohn ist.

Wajib PAL/FR/D/CO/NO/QA/VAE 2019, 96 Min., R: Annemarie Jacir, D: Mohammad Bakri, Saleh Bakri, Maria Zreik, Start: 19.9.

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