Kino & Stream

Speed Racer mit Vollgas an die Wand

Wer schon immer mal ganz allein in einem riesigen Kinosaal sitzen wollte, hat bei Speed Racer allerbeste Chancen. Im Land der Formel-1-Weltmeister und Autobahn-Fundamentalis­ten wollte kaum jemand den mit viel Tatütata gestarteten Rennfahrerfilm sehen. Der neue Film der Wachowski-Brüder Andy und Larry, die mit ihrem ersten „Matrix“-Film quasi gott­ähnlichen Kultstatus erlangten, sorgte an den Kassen für his­torische Minusrekorde. Knapp 600 Filmkopien wurden in die hiesigen Kinos geschickt. So einen Aufwand betreibt man normalerweise nur, wenn man wenigstens ein bis zwei Millionen Besucher erwartet. Doch in der ersten Woche wollten nur maue 24.000 Zuschauer die Computerspielereien sehen, die die Wachowskis in Babelsberg zusammengepixelt hatten. Anders ausgedrückt: Eine einzelne Filmkopie hatte in einer Woche nur 40 Besucher angelockt, bzw. pro Tag fanden sich nur 5,7 Besucher. Bei drei Vorstellungen am Tag macht das 1,9 Besucher pro Vorführung. Da war es dann mit drei Besuchern schon rappelvoll im Kino. Der gigantische Flop wurde übrigens mit neun Millionen Euro aus deutschen Filmfördertöpfen unterstützt. Lag es etwa daran? Zumindest wirkt „Speed Racer“ wie eine bizarre Wiedergeburt des geschwätzigen Betroffenheitskinos aus den bundesdeutschen 70ern und 80ern. Es wird geredet und erklärt und geredet und erklärt, aber sonst passiert nicht viel. Was bei einem Budget von 125 Millionen Dollar ganz schön wenig ist.

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