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Spezialpreis der Jury für deutsche Produktion in Venedig

Die Frau des Polizisten

Die 70. Ausgabe der Mostra internazionale d’arte cinematografica in Venedig bescherte Philip Gröning den Spezialpreis der Jury für sein beeindruckendes Drama „Die Frau des Polizisten“. Bereits mit „Die große Stille“ hatte er vor Ort reüssiert. Die große Überraschung ist, dass mit „Sacro Gra“ von Gianfranco Rosi ein Dokumentarfilm den Hauptpreis, den Goldenen Löwen, für sich beanspruchen konnte. Der Film hatte viel Applaus geerntet.
Die Jury unter dem Vorsitz von Bernardo Bertolucci vergab den Silbernen Löwen für die beste Regie an Alexandros Avranas für sein ungewöhnliches Missbrauchs-Drama „Miss Violence“, das gleichzeitig böse, niederschmetternd und dezent satirisch ist. Mit dem Großen Preis der Jury wurde Tsai Ming-liangs gesellschaftskritische Etude „Jiaoyou“ (Stray Dogs) geehrt. Der Taiwanese hatte 1994 für „Aiquing Wansui“ den Goldenen Löwen gewonnen.
Steve Coogan und Jeff Pope
erhielten den Preis für das beste Drehbuch für den absoluten Publikumsliebling des Festivals „Philomena“ von Stephen Frears. Der sahnte auch bei den Nebenpreisen ab. Er bekam den SIGNIS-, den Interfilm-, den Mouse d’Oro-Preis Preis und den Queer Lion.
Als Beste Schauspieler mit der Coppa Volpi wurden Elena Cotta für „Via Castellana Bandiera“ und Themis Panou für „Miss Violence“ bedacht. Der Marcello-Mastroianni-Preis für den besten Nachwuchsdarsteller ging zurecht an Tye Sheridan für seine Performance in David Gordon Greens Drama „Joe“. Der Löwe der Zukunft für den besten Erstlingsfilm ging an die deutsche Koproduktion „White Shadow“ von Noaz Deshe aus der Kritikerwoche.
Auch wenn die Qualität des Wettbewerbs der Jubiläumsausgabe der Mostra nicht unbedingt dem festlichen Anlass entsprach, dürfte die Preisvergabe allgemein positiv aufgenommen werden. Dass Bertolucci einem Landsmann dem Hauptpreis gönnte, ist zumindest für die Einheimischen ein Grund zu Feiern.
Bereits am Freitag wurde die deutsche Koproduktion „Bethlehem“ von Gringo Films mit dem Preis für den Besten Film aus der Sektion Venice Days von der 2010 gegründeten Kritikervereinigung FEDEORA (Federation of Film Critics of Europe and the Mediterranean) gewürdigt.

Quelle: Blickpunkt:Film

Foto: Quelle: La Biennale di Venezia

tip-Autor Robert Weixlbaumer war in Venedig vor Ort. Lesen Sie hier seinen Blog: Venedig 2013

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