Filmessay 

„Spreeland. Fontane“ im Kino

Vom Gestern tief ins Heute Teil 3 der märkischen Erkundungen

Kino Krokodil

Die Spree fließt aus südöstlicher Richtung auf Berlin zu und durchquert Gegenden, die „selbst für den Dreißigjährigen Krieg zu abgelegen“ waren. So heißt es in den „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ von Theodor Fontane.

Der Dokumentarfilmer Bernhard Sallmann ist schon länger auf den Spuren des Schriftstellers aus dem 19. Jahrhundert unterwegs. „Spreeland. Fontane“ bildet nun den dritten Teil dieser Erkundungen, bei denen Sallmann seine Filmbilder mit den Texten aus den „Wanderungen“ zu einer vielschichtigen Essayform verbindet. Gegenwartsbezüge sind zu erkennen, wenn von der einstigen „Bienenherrlichkeit“ in dem Örtchen Kienbaum erzählt wird, die „blühende Pflanzenwelt“ lässt Sallmann dann einfach ein Weilchen still dastehen.

Wie schon in den Teilen über „Rhinland“ und „Oderland“ gehört die Stimme von Fontane einer Frau: Judica Albrecht spricht die Texte, auf eine subtile Weise macht Sallmann auch damit deutlich, in ­welche Epoche er die „Wanderungen“ weiterführen will – es geht nicht um Nostalgie (mit der man ohne­hin zu einer „kurbrandenburgischen Derbheit“ zurückgehen würde), sondern um einen Sinn für das Historische. Dieser Sinn zeigt sich in Bildern, die an Landschaftsmalerei erinnern, häufig auch diskrete Pointen enthalten, und zeigen, wie Menschen und Natur in der „Wendei“ und hinter Köpenick so miteinander auskommen.

Spreeland. Fontane D 2019, 79 Min., R: Bernhard Sallmann, Start: 28.3. 

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