Dokumentarfilm

„Sprung ins Nichts“ im Kino

Abou Bakar Sidibé zählt zu den vielen Migranten aus Afrika, die unbedingt nach Europa wollen

Foto: Abou Bakar Sidibé
Foto: Abou Bakar Sidibé

Wenn sie es bis an die Mittelmeerküste geschafft haben, dann folgt oft der große Stillstand. In dieser Situation hat Abou Bakar Sidibé, veranlasst von Moritz Siebert und Estephan Wagner, damit begonnen, sein Schicksal mit der Kamera zu dokumentieren – das Provisorium eines Lebens in ­Marokko, das geprägt ist von Ohnmacht und von den Versuchen, die Grenzbefestigung zur spanischen Enklave Melilla zu überwinden.
Diesen Ansturm kann man auch aus einer anderen Perspektive sehen – aufgezeichnet von den Überwachungskameras der europäischen Grenzpolizei. Hier sind die Migranten wenig mehr als schwarze Schatten. „Les Sauteurs“ macht dort weiter, wo die Doku „Fremd“ angekommen war. Der Sprung nach Europa erweist sich als möglicher Sprung ins Nichts. Fragen bezüglich der ­Autorenschaft, die „Les Sauteurs“ seit der Berlinale begleitet haben, sind geklärt: Abou Bakar Sidibé wird nun auch genannt, nachdem er ursprünglich nur als Kameramann geführt worden war – die Unklarheit verweist auf die große Ungleichheit, die ja das Motiv für den Aufbruch aus Mali war.

Les Sauteurs – Those Who Jump DK 2016, 79 Min., R: Moritz Siebert, Estephan Wagner, Abou Bakar Sidibé, Start: 17.11.

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