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„Stadt Land Fluss“ im Kino

Stadt_Land_FlussWald und sehr viel Wiese, menschenleere Straßen, irgendwo ein Netto: So dröge wie das Dorf in „Stadt Land Fluss“ sehen viele Nester im ländlichen Brandenburg aus. Für Marko (Lukas Steltner), Protagonist in Benjamin Cantus Debütfilm, gibt es denn auch nichts zu tun außer seinen Job in einem Landwirtschaftsbetrieb. Als Auszubildender muss er dort Jauche schippen oder Kälber in den Schwitzkasten nehmen: herbe Routine, die sich ändert, als ein neuer Praktikant anfängt und sich eine scheue Liebesgeschichte entspinnt.

dffb-Absolvent Cantu hat seine Coming-out-Geschichte in den Arbeitsalltag eines existierenden Hofs eingebettet, samt Betriebsangehöriger als Nebendarsteller. Dem natürlichen Ton des Films kommt das zugute, etwa in der Szene, in der sich die tüchtige Betreuerin mit dem störrischen Marko über den Sinn schriftlicher Arbeitsberichte streiten muss. Nach der dokumentarisch geprägten ersten Hälfte ist später die Romanze der Jungs zentral, ihr vorsichtiges Abchecken in einer so wenig queeren Welt. Ihr allmähliches Vertrautwerden vermittelt sich vor allem über Gesten und Blicke – eine zurückhaltende Erzählweise, die zum Tonfall des Films passt.

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Stadt Land Fluss“ im Kino in Berlin

Stadt Land Fluss Deutschland 2011; Regie: Benjamin Cantu; Darsteller: Lukas Steltner (Marko), Kai Michael Müller (Jacob), Steven Baade (Azubi); 87 Minuten; FSK 0

Kinostart: 19. Mai

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