Buchverfilmung

Steven Spielbergs „Ready Player One“ im Kino

Virtuell raus aus dem Slum: „Ready Player One“ ist knalliges Computernerd-Kino und eine Verbeugung vor der Popkultur der 1980er-Jahre

Foto: Jaap Buitendijk / 2016 Warner Bros. Entertainment Inc. / Village Roadshow Films North America Inc. and RatPac-Dune Entertainment LLC

Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ ist noch in ­unseren Kinos, da läuft mit „Ready Player One“ bereits ein neuer Film des Blockbuster-Großmeisters an, der ihn und sein Schaffen von einer anderen, keineswegs unbekannten Seite zeigt. Denn seine besten Filme hat Spielberg eigentlich immer dann gedreht, wenn er sich als großes Kind mit unbeschränktem Budget in einem riesigen Spielwarenladen präsentierte.

Dazu bietet ihm die Verfilmung des gleichnamigen dystopischen Bestsellers von Ernest Cline jede Gelegenheit. Die Geschichte um den 18-jährigen Wade, der wie die meisten seiner Mitmenschen die Zeit statt in vermüllten Slums lieber in einer virtuellen Welt namens OASIS verbringt, birst vor ­visuell aufregenden Actionsequenzen und amüsanten Anspielungen auf die Pop- und Filmkultur der 80er-Jahre. Letztere sind auch der Schlüssel zu den vom verstorbenen Erfinder im Spiel versteckten Hinweisen, die dem Entdecker die Kon­trolle über OASIS und ein Milliardenvermögen garantieren sollen – was auch einen schurkischen Großkonzern auf den Plan lockt. Damit sind die Rollen von Gut und Böse verteilt.

„Ready Player One“ ist die bessere Art von Popcorn-Kino: simpel in der Struktur, verspielt im ­Detail, mit Identifikationsangeboten für verschiedene Generationen. Wer allerdings intelligente Gedanken zum Thema Virtuelle Realität erwartet, liegt bei diesem Film eher falsch: Mehr als die ­banale Feststellung, dass es uns allen gut täte, mehr Zeit im wirklichen Leben zu verbringen, ist nicht drin.

Ready Player One USA 2018, 140 Min., R: Steven Spielberg, D: Tye Sheridan, Olivia Cooke, Ben Mendelsohn, Mark Rylance, Start: 5.4.

Mehr über Cookies erfahren