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„Still Alice – Mein Leben ohne Gestern“ im Kino

Still Alice

„Still Alice“ ist einer jener Filme, in die man sich setzt und vorher schon weiß, dass man ohne Happy End aus dem Kino geschickt wird. Er erzählt die Geschichte von Alice (Julianne Moore), einer Hochschulprofessorin der Linguistik, die sukzessive aus dem Leben scheidet. Dass ein Umbruch stattgefunden hat, kündigt sich zunächst unscheinbar an: Orientierungsschwierigkeiten, etwas wird vergessen. Dann die Diagnose, welche die seltsamen Zwischenfälle der letzten Zeit begründet: Alice leidet unter einer seltenen Form von Alzheimer, deren Besonderheit ist, dass sie viel früher einsetzt als üblich. Und tatsächlich ist Alice, deren Kinder gerade aus dem Haus sind – Tochter Lydia, gespielt von Kristen Stewart, versucht sich mit einem Schauspielstudium in Kalifornien, während Anna (Kate Bosworth) mit ihrer ersten Schwangerschaft beschäftigt ist –, kaum 50 Jahre alt.
Das ist ein Plot, der schon einmal einiges an Drama bereithält und eine Krise evoziert, die die bisherige Familienaufstellung zum Kippen bringt. Davon berichtet „Still Alice“. Vor allem versucht sich der Film aber auch in das Leiden seiner Hauptprotagonistin einzuschleichen, herauszufinden, was in ihr vorgeht.
Die beiden Regisseure Richard Glatzer und Wash Westmoreland greifen hierfür auf den ein oder anderen Experimental-Effekt zurück und scheuen auch keine gefühligen Musikstücke. Das ist etwas unangenehm, weil derlei Einfälle allzu zielstrebig nach dem Gefühlskörper des Zuschauers tatschen. Besser gelungen ist das Mike Nichols in seinem schwer auszuhaltenden Film „Wit“ mit Emma Thompson in der Rolle einer krebskranken Literatur-Professorin. Gemein ist beiden Filmen immerhin eine starke Schauspielerinnen-Wahl. Obwohl Moore in „Still Alice“ sicherlich nicht ihr ganzes Potenzial zeigen kann. Für einen Oscar hat es dennoch gereicht.

Text: Carolin Weidner

Foto: JOJO WHILDEN / BSM Studio / Polyband Medien

Orte und Zeiten: „Still Alice“ im Kino in Berlin

Still Alice, USA 2014; Regie: Richard Glatzer, Wash Westmoreland; Darsteller: Julianne Moore (Dr. Alice Howland), Kristen Stewart (Lydia Howland), Alec Baldwin (Dr. John Howland); 101 Min.

Kinostart: Do, 05. März 2015

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