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„Straw Dogs – Wer Gewalt sät“ im Kino

Straw Dogs - Wer Gewalt sät

Als Sam Peckinpahs „Wer Gewalt sät“ („Straw Dogs“) vor fast vierzig Jahren in die Kinos kam, war der Film wegen seines pessimistischen Menschenbildes („So werden Menschen zu Bestien“ warb der Verleih) und weil er wie ein Angriff auf die Frauenbewegung wirkte, heftig umstritten. In der Tat provozierte die Figur der eher naiven Kindfrau die Frage, wie weit sie durch ihr Verhalten die Männer nicht herausforderte.
In dieser Neuverfilmung ist das anders: Regisseur und Autor Rod Lurie hat die Geschichte aus einem englischen Dorf in eine Kleinstadt im amerikanischen Süden verlegt und von Anfang an konsequent als einen sich zwangsläufig zuspitzenden Culture Clash gestaltet. Der Hollywood-Drehbuchautor David steht dieser Kultur von Jagen und Trinken als Fremder gegenüber, seine von hier stammende (diesmal berufstätige und selbständige) Frau Amy sieht sich mit der Vergangenheit konfrontiert, zumal ihrem Ex-Freund Charlie, der sie schließlich vergewaltigt. So sehr sich der Film um Plausibilität bemüht, so sehr lässt er Zwischentöne vermissen, findet diese am ehesten im Spiel von Alexander Skarsgеrd als Charlie, hinter dessen Jovialität immer wieder seine Gefährlichkeit aufblitzt.

Text: Frank Arnold

Foto: Sony Pictures

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Straw Dogs“ im Kino in Berlin

Straw Dogs, USA 2011; Regie: Rod Lurie; Darsteller: James Marsden (David Sumner), Kate Bosworth  (Amy Sumner), Alexander Skarsgеrd (Charlie Venner); 109 Minuten; FSK 16

Kinostart: 1. Dezember

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