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„More“ und „La Vallйe“ von Barbet Schroeder

Auf der Suche nach dem verlorenen Paradies: Ein deutscher Student sucht es in „More“ auf Ibiza, aber eine Amerikanerin (Mimsy Farmer als blonder Todesengel) zieht ihn in den Drogensumpf. Das Paradies wird eine gelangweilte französische Diplomatengattin (Bulle Ogier) in „La Vallйe“ finden, in Neuguinea, in einem Tal, das auf keiner Karte verzeichnet ist.
In seinen ersten Regiearbeiten, die diese DVD versammelt, erkundete Barbet Schroeder die Ausstiegsutopien der Zeit wie ein Ethnologe. Später filmte er den Diktator Idi Amin mit der selben Neugier wie den Klaus Barbie-Anwalt Verges. Ungewöhnlich ist in diesen frühen Filmen der nüchterne, fast dokumentarische Erzählstil: es gibt keine Szenen psychedelischen Außer-Sich-Seins – das überlässt er den Klängen von Pink Floyd, aber auch die überlagern nie den verhaltenen Duktus der Bilder (Kamera: Nestor Almendros). Insofern führt der Sticker „Mit Musik von Pink Floyd“, der auf der DVD prangt, doch in die Irre.

Text: Frank Arnold

More, Frankreich 1969, La Vallйe (Obscured By Clouds), Frankreich 1972, Regie: Barbet Schroeder, 112 bzw. 101 Minuten. Originalfassung (Englisch bzw. Französisch), deutsche Untertitel. Kein Bonusmaterial. Erschienen bei ALIVE.

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