Netflix, Amazon Prime und Co.

Neue Serien und Streams im März 2020

Netflix, Sky, Amazon Prime und die TV-Mediatheken stellen im März neue Serien und Staffeln vor. Außerdem geht Disney+ an den Start und erweitert den Markt. Highlights sind „Freud“, eine neue „Ozark“-Staffel und die Juli-Zeh-Adaption „Unterleuten“. Hier die wichtigsten Serien und Streams des Monats im Überblick


Spides

„Angriff der Körperfresser“ auf MDMA: Eine junge Frau wacht ohne Erinnerungen an ihr bisheriges Leben aus dem Koma auf. Auslöser dafür war die neue Partydroge „Blis“, hinter der sich viel mehr als die nächste Variation bewusstseinserweiternder Rauschmittel verbirgt. Zahlreiche junge Menschen sind schon verschwunden, und langsam zeigt sich, dass eine große Verschwörung dahintersteckt. Außerirdische nutzen die Droge, um menschliche Körper zu übernehmen. Das Nachtleben ist Schauplatz einer schleichenden Invasion – und „Berlin ist erst der Anfang“, wie es im Trailer zur neuen Serie im März heißt.

Spides, Staffel 1, ab 5. März, Sky



Unorthodox

Foto: Netflix

Die chassidischen Juden in New York City leben in enger Gemeinschaft mit starren Regeln. Auch die junge Frau Etsy ist Teil der Gruppe, aber leidet zusehends unter der Kontrolle: Sie kann weder frei leben noch lieben. Alles wird geprüft, und auch ihre Ehe ist arrangiert. Etsy verlässt die Stadt und flieht nach Berlin – dort allerdings holt ihre Vergangenheit sie ein, denn einfach gehen lassen will man die Abtrünnige nicht. „Unorthodox“ basiert auf Deborah Feldmans gleichnamigem autobiografisch geprägten Roman. Die Miniserie ist eine deutsche Netflix-Produktion über jüdisches Leben in der Gegenwart. In den Hauptrollen sind Shira Haas, Jeff Wilbusch und Amit Rahav zu sehen.

Unorthodox, Staffel 1, ab 26. März, Netflix


Freud

Historisch akkurat ist das nicht: Ein junger Sigmund Freud schlägt sich die Nächte im Wien der Jahrhundertwende um die Ohren – auf Kokain und auch mal in Begleitung seines Dichterfreundes Arthur Schnitzler. Von der Entwicklung der Psychoanalyse ist er noch weit entfernt, sein Handwerk ist die Hypnose. Umstritten ist der Nervenarzt, verkörpert von Robert Finster, ohnehin: Seine unkonventionellen Methoden sorgen bei den seriösen Forschern seiner Zeit für Hohn und Spott. Doch als Proto-Profiler und mit Hilfe eines Mediums (Ella Rumpf) greift er den österreichischen Kriminalbeamten (etwa einem vom Krieg gezeichneten Georg Friedrich) bei der Suche nach einem Mörder unter die Arme. Trieb und Eros, die großen Themen der Wiener Ikone, scheinen das Handeln des Verbrechers zu bestimmen. „Freud“ ist das neue Werk von „4 Blocks“-Regisseur Marvin Kren, hatte Premiere auf der Berlinale und ist ab 23. März auf Netflix.

Freud, Staffel 1, ab 23. März, Netflix


ZeroZeroZero

Roberto Saviano ist einer der renommiertesten Experten für organisierte Kriminalität. Der italienische Journalist und Autor hat schon mit seiner Camorra-Reportage „Gomorrha“ für Aufsehen gesorgt. Auch „ZeroZeroZero“ – die drei Nullen stehen für den Reinheitsgrad von Kokain – führt in die Unterwelt. Regie führt, wie bereits bei der „Gomorrha“-Adaption, Stefano Sollima. Gedreht wurde die neue Serie auf drei Kontinenten, denn die globale Kokain-Produktion und -Distribution teilen mexikanische Kartelle, die Ndrangheta aus Kalabrien und US-Geschäftsleute unter sich auf.

ZeroZeroZero, Staffel 1, ab 26. März, Sky


Ozark

Es ist die Geschichte einer großen beruflichen Neuorientierung: Um sein Leben zu retten, hat sich Finanzberater Marty Byrde (Jason Bateman) bereit erklärt, aus der Großstadt in die Ozark-Seenregion umzuziehen und dort für mexikanische Drogenkartelle Geld zu waschen. Das funktioniert so gut, dass es den Machtinstinkt der Figuren weckt. Befürchtete man in der ersten Staffel noch einen „Breaking Bad“-Verschnitt, hat sich gezeigt, dass die Serie durchaus ihre eigenen Reize hat. Das liegt am sumpfigen Südstaaten-Set zwischen Trailerparks und Touristenpartys, an den grandiosen Schauspielerinnenn (Laura Linney als Wendy Byrde sowie Julia Garner als Tochter), vor allem aber an den Familienwerten: Der Vater ist kein irrer Einzelkämpfer, der Frau und Kinder für dumm verkauft, sich in Schweigen hüllt und in Widersprüche verstrickt. Stattdessen zeigt sich: Verbrechen ist Teamarbeit.

Ozark, Staffel 3, ab 27. März, Netflix


The Mandalorian

Disney+ geht in Deutschland an den Start. Zugpferd des neuen Streaming-Dienstes ist die jüngste Ergänzung aus dem schier unendlichen „Star Wars“-Universum. Angelehnt an japanische Samurai-Filme und Western-Klassiker, folgt die ausgesprochen ruhige Serie einem Auftragsmörder, dem titelgebenden Mandalorianer, auf seinem Weg durch die Galaxis. In den Wirren der post-imperialistischen Zeit hat sich Werner Herzog zum Warlord aufgeschwungen. Mit schwerem deutschen Akzent ist er der Serienschurke. Taika Waititi tritt als Android auf und Pedro Pascal spielt die Titelrolle. Aber der unvergleichlich süße grüne Baby-Yoda stellt sie alle in den Schatten – und zeigt, warum Puppenspiel auch in CGI-Zeiten nicht überflüssig ist.

The Mandalorian, Staffel 1, ab 24. März, Disney+, außerdem am 22. März 2020 um 20.15 Uhr auf Pro7


Unterleuten

Grabenkämpfe auf dem Land: Mit „Spieltrieb“ (2004) bewies Juli Zeh ihr feines Gespür für den Zeitgeist, „Unterleuten“ avancierte zum Bestseller. Bei dem 2016 erschienenen Roman handelt es sich um die atmosphärisch dichte Schilderung eines Mikrokosmos. Zentraler Handlungsort ist ein märkisches Dörfchen, in dessen Umgebung zehn Windräder entstehen sollen – sehr zum Verdruss einiger Bewohner. Zeh deutet auch die Ursachen für die ablehnende Haltung gegenüber der Windenergie an. In der Adaption von Matti Geschonneck („In Zeiten des abnehmenden Lichts“) wird dieser Aspekt zugespitzt. Die Dorfbewohner verteidigen die lieb gewordene Heimat gegen besserwisserische Eindringlinge und Spekulanten, die den Reibach mit den Windrädern wittern. Ohne Gegenwehr bliebe den Dorfbewohnern wohl nicht mehr als ein unruhiger Schlaf aufgrund der blinkenden Lichter.

Unterleuten – Das zerrissene Dorf, ZDF, 9.–11. März, 20.15 Uhr,
ab 2. März in der Mediathek, DVD- und Bluray-Veröffentlichung: 12. März
.

Wir verlosen zwei DVDs von „Unterleuten“. E-Mail an [email protected], Betreff: Unterleuten


James May: Our Man in Japan

In der Autoshow „Top Gear“ ist James May an der Seite von Jeremy Clarkson durch vergleichsweise höfliches Verhalten aufgefallen. Nun ist er „Our Man in Japan“: Statt Rennwagen widmet er sich der Kultur in Ostasien und führt mit lokalen Guides durch ein Land zwischen High-Tech und Tradition.

James May: Our Man in Japan, Staffel 1, ab 6. März, Amazon Prime Video


Alle Serien im März 2020 im Überblick

Netflix

  • Castlevania – Staffel 3 (5. März)
  • The Letter for the King – Staffel 1 (20. März)
  • Freud – Staffel 1 (23. März)
  • Unorthodox – Staffel 1 (26. März)
  • Ozark – Staffel 3 (27. März)

Sky Ticket

  • Suits – Staffel 8 (3. März)
  • Spides – Staffel 1 (5. März)
  • Hillary – vier Episoden (8. März)
  • A Million Little Things – Staffel 1 (10. März)
  • The Good Doctor – Zweiter Teil von Staffel 3 (10. März)
  • Fox – Andere Eltern – Staffel 2 (12. März)
  • Snakes on the City – Staffel 6 (20. März)
  • The Outsider – Staffel 1, (24. März)
  • Inside the Factory – Staffel 1, (24. März)
  • Alaskan Bush People – Staffel 5 (26. März)
  • ZeroZeroZero – Staffel 1 (26. März)
  • Westworld – Staffel 3 (30. März)

Amzon Prime Video

  • James May: Our Man in Japan – Staffel 1 (6. März)
  • The Test: A New Era For Australia’s Team – Staffel 1 (11. März)
  • Jessy & Nessy – Staffel 1 (ab 13. März)
  • Making the Cut – Staffel 1, zwei neue Folgen pro Woche (ab 27. März)
  • Star Trek: Picard – Staffel 1, wöchentlich eine neue Folge, Staffelfinale am 27. März

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