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„Sture Böcke“ im Kino

Sture Böcke

Wenn zwischen Zweien nur einige Meter liegen, doch jene als Kluft verlaufen. Gummi und Kiddi, Schafzüchter in der isländischen Weite, wohnen als Nachbarn nebeneinander. Aber mehr noch verbindet sie – Gummi und Kiddi sind Brüder. Allerdings solche, die seit vierzig Jahren kein Wort mehr miteinander gewechselt habe. Ab und an bringt ein Hund eine Botschaft hinüber ins andere Haus, das war‘s. Eine Koexistenz, nicht friedlich, aber duldsam. Erst als eine tödliche Seuche, Scrapie, die Schafherden der Region befällt und die Züchter zu Notschlachtungen zwingt, der Gebrüder Verankerung also wegzubrechen droht, wird das menschliche Gegenüber in seiner Not für den anderen wieder erkennbar. Grнmur Hakonarson bemüht für diese oft harsch und manchmal komisch verlaufende Annäherung nur wenige Worte, so wie der ganze Film sich eher auf die Sprache von Landschaft und überkommener Interieure (Wandkalender von 1978) sowie der Verwendung einiger Orgelstücke versteht.

Text: Carolin Weidner

Foto: Arsenal

Orte und Zeiten: „Sture Böcke“ im Kino in Berlin

Sture Böcke (Hrъtar), Island 2015; Regie: Grimur Hбkonarson; Darsteller: Sigurdur ?Sigurjуnsson (Gummi), Theуdуr Jъlнusson (Kiddi), Charlotte Bшving (Katrin); 93 Minuten

Kinostart: Do, 31. Dezember 2015

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