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„Submarine“ im Kino

Submarine

Spinner oder verkanntes Genie? Wer einen wichtigen Moment im Film seines Lebens mit einer majestätischen Kranbewegung der Kamera imaginiert, aber gleich darauf hinzufügt, dass es wohl nur zu einem billigen Zoom reichen würde (genau das, was der Film in diesem Augenblick zeigt), der hat zumindest ein Gespür für Selbstironie. Der 15-jährige Oliver Tate verbringt seine Jugend während der 1980er-Jahre im walisischen Küstenstädtchen Swansea mit einem verschrobenen Meeresbiologen als Vater und einer Mutter, die kleine Ausbrüche aus einer festgefahrenen Ehe wagt.
Das Kinoregiedebüt des britischen Fernsehkomikers und -autors („The IT Crowd“) Richard Ayoade (nach dem Roman von Joe Dun­thorne) ist eine visuell ausgefallene und überbordende Coming-of-Age-Geschichte, die die Stimmungswechsel und Unsicherheiten ihres Protagonisten in einen erstaunlichen Formenreichtum übersetzt, gleichermaßen Godard und Greenaway zitierend. Gerade das Wissen darum, dass der aufwendige Kamerakran so unrealistisch ist, setzt Olivers Fantasie frei, alle Möglichkeiten auszuprobieren, und das auf höchst verspielte Weise.

Text: Frank Arnold

Foto: Kool Filmdistribution

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Submarine“ im Kino in Berlin

Submarine, Großbritannien 2010; Regie: Richard Ayoade; Darsteller: Craig Roberts (Oliver Tate), Yasmin Paige (Jordana Bevan), Sally Hawkins (Jill Tate); 94 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 17. November

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