Thriller

„Suburra“ im Kino

„Suburra“ schildert eine verkommene Gesellschaft

Foto: Koch Films

Kaum eine Stadt steht über Jahrtausende für die Gier nach Macht und Geld wie Rom. Mit „Suburra“ hat Regisseur Stefano Sollima (Schöpfer der TV-Serien „Gomorrha“ und „Romanzo Criminale“) den gleichnamigen Thriller des Journalisten Carlo Bonini und des Richters Giancarlo De Cataldo verfilmt. Faktenreich und doch fiktiv genug, damit die Autoren ihre Romanveröffentlichung überlebten, beschreiben sie die Realisierung eines Bauprojekts, das die Peripherie Roms in ein gigantisches Las Vegas verwandeln sollte. Darin verstrickt sind Mafia-Clans, Neo-Faschisten, korrupte Behörden, Politiker sowie Vertreter des Vatikans.
In dessen Herzen, am 5. November 2011, beginnt auch der Film. Eine Einblendung verrät: noch 7 Tage bis zur Apokalypse, dann beobachtet man Papst Benedikt XVI beim Gebet über seinen Rücktritt brütend. Nach Sexorgien und einer Toten treten all jene auf den Plan, die im Geheimen an den Strippen ziehen. Ein Bestiarium fächert Sollimas auf, korrupt, skrupellos und längst nicht mehr in der Realität verortet. Unzählige Querverbindungen und Charaktere schreien nach einem Serien-Format (das Netflix auch verwirklichen will). Der Regisseur scheint im Blutrausch, gemessen an der Zahl der Entleibungen.

Suburra I/F 2015, 135 Min., R: Stefano Sollima, D: Pierfrancesco Favino, Greta Scarano, Jean-Hugues Anglade, Start: 26.1.

Bewertungspunkte3

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