Comicverfilmung

„Suicide Squad“ im Kino

Böser als die Bösen – In Suicide Squad kämpfen Schurken gegen Schurken.

Wer „Batman vs. Superman“ mochte, der ­dürfte den Nachfolger „Suicide Squad“ brillant finden. Für alle anderen Zuschauer gilt: Dieses neue Werk aus dem Superman/Batman-Franchise ist kein komplett schlechter Film, aber leider auch weit davon entfernt, richtig gut zu sein.
Dabei fängt alles verheißungsvoll und sehr ­rasant an. Nach Supermans Tod kommt das US-Militär auf eine geniale Idee: Warum ­bekämpft man zukünftige Bedrohungen nicht mit Superhelden, die noch bedrohlicher sind? Amanda Waller, Chefin des militärischen Geheimdienstes, rekrutiert zu diesem Zweck aus dem Knast heraus die gemeinsten Superschurken aller Zeiten und schickt sie auf eine Selbstmordaktion. Doch sie merkt schnell: Diese Leute sind ziemlich schwer unter Kontrolle zu behalten.

Nach ungefähr einer Stunde bricht der Film unter seinem eigenen Gewicht zusammen, was folgt ist eine Ansammlung hübscher kleiner Szenen (etwa wenn die Gruppe in einer Bar überlegt, wer nur von außen hässlich und wer auch innen komplett verdorben ist), zusammen gehalten von einem Plot, der – verpackt in einer funky-glitzernden Farbpalette – total über­raschungsfrei daherkommt. Da können sich Will Smith, Margot Robbie und der Rest des ­Ensembles den Arsch abspielen (und das tun sie sehr gut). So stellt sich vermutlich ein ­großes Mainstream-Studio einen fiesen, kleinen Film vor: All die großen, bösen Sozio­pathen träumen von einer bürgerlichen Fami­lien­existenz. Und die beiden echten Bösewichte (darunter Cara „Monoaugenbraue“ Delevingne) sind ungefähr so bedrohlich wie die Geister aus „Ghostbusters“.

Text: Lutz Göllner

Suicide Squad, USA 2016, 123 Min., R: David Ayer, D: Will Smith, Margot Robbie, Jared Leto, Joel Kinnaman, Cara Delevingne, Start: 18.8.

Bewertungspunkte4

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