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„Sweethearts of the Prison Rodeo“ im Kino

Es ist ein sonderbarer Mix aus Gladiatorenkampf und wildem Westen: das traditionelle Häftlingsrodeo in Oklahoma. Seit kurzem sind bei dem Spektakel auch Frauen zugelassen. Filmemacher Bradley Beesley begleitet in seiner Dokumentation das Frauenteam bei der Vorbereitung auf den großen Schaukampf. Dabei gelingen ihm einfühlsame Porträts vom unteren Rand der amerikanischen Gesellschaft. Einige Figuren prägen sich besonders ein: die 30-jährige Jamie etwa, die mit 17 wegen Raubmords verurteilt wurde oder das Rodeonaturtalent Foxie – eine junge Frau, die einen Detektiv engagiert hat, um ihre Familie ausfindig zu machen.
Beesleys Insiderblick erhält zudem eine aufschlussreiche politische Dimension durch Statistiken und O-Töne von Aufseherinnen und Anwälten. So erfährt man, dass in Oklahoma Frauen länger als irgendwo sonst in den USA einsitzen, ein großer Teil von ihnen wegen Drogendelikten, und dass 80 Prozent von ihnen Mütter sind. Schon deshalb erklärt sich der jährliche Run auf die Teilnahme am halsbrecherischen Rodeo. Es ist der Tag im Jahr, um im schicken pinkfarbenen Dress in die Ränge zu winken, wo die Angehörigen zurückjubeln.

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Sweethearts of the Prison Rodeo“ im Kino in Berlin

Sweethearts of the Prison Rodeo, USA 2009; Regie: Bradley Beesley; Farbe, 89 Minuten

Kinostart: 29. Oktober

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