Komödie

„Swimming With Men“ im Kino

Synchronschwimmen ist ein gerne belächelter Wettbewerb bei Olympischen Spielen. Dabei ist er sehr anstrengend und erfordert gute Kondition sowie große Konzentration

Alamode Film

Früher war es ein reiner Männersport, einer der ersten Wettkämpfe fand 1891 in Berlin statt. Seit den Sommerspielen 1984 in Los Angeles ist das Wasserballett eine olympische Disziplin für Frauen. Durch die in Hollywood in den 40er- bis Mitte der 50er-Jahre produzierten „Aqua Musicals“ wie „Bathing Beauty“ (1944) mit Esther Williams wurde Kunstschwimmen popularisiert.

„Swimming With Men“ eine mit typisch britischem Humor gewürzten Mischung aus Beziehungsdrama und Sportfilm, vergleichbar mit „Ganz oder gar nicht“ (1997), wo sechs arbeitslose Stahlarbeiter eine Striptease-Revuetruppe gründen. Hier sind es sechs Männer mittleren Alters mit unterschiedlichen persönlichen Problemen, die zur sportlichen Ertüchtigung und als Gruppentherapiemaßnahme eine Synchronschwimm-Mannschaft bilden. Der Finanzberater Luke leidet am Burnout-Syndrom und der Beziehung seiner Frau mit einem neuen Liebhaber, nach 20 Jahren Ehealltag öden sich die Partner nur noch an. Durch die „Schwimmbadtherapie“ und die zunehmend freundschaftliche Beziehung zu seinen fünf Teamkollegen gewinnt er seine Lebensfreude wieder. Unter Leitung einer anfangs äußerst skeptischen Trainerin üben die Männer eifrig, um fit für die Amateurweltmeisterschaften zu werden. Lukes junger Sohn reagiert angewidert und feindselig, er verdächtigt seinen Vater, heimlich schwul zu sein.

Die Dramaturgie ist typisch für Sportfilme: Anfangs scheint das Sextett chancenlos, man steigert sich, es gibt Rückschläge, doch dann gelingt die Teilnahme am World Championship, wo die Briten als leidenschaftliche Patrioten auftreten. Zu Beginn ist der Films dezidiert kapitalismuskritisch, letztendlich aber geht es um Ängste: vorm Scheitern im Beruf und Liebesleben, vor dem Altern und dem Tod. „Life is governed by fears“, lautet das Fazit am Schluss.

Swimming With Men GB 2018, 96 Min., R: Oliver Parker; D: Rupert Graves, Charlotte Riley, Rob Brydon, Start: 7.6.

Mehr über Cookies erfahren