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Dokumentarfilm

„Sympathisanten – Unser deutscher Herbst“ im Kino

Als Kind hat Felix Moeller den Deutschen Herbst 1977 hautnah miterlebt, etwa als eines Morgens vor dem Feriendomizil seiner Mutter und seines Stiefvaters in Italien schwerbewaffnete Polizisten standen, die hier einen Terroristenunterschlupf vermuteten

Börres Weiffenbach

Haben die beiden, Margarethe von Trotta und Volker Schlöndorff, damals nicht nur Filme wie „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ und „Die bleierne Zeit“ gemacht, sondern der RAF auch Unterstützung zukommen lassen? Staatliche Stellen gingen wohl davon aus.

40 Jahre später hat der studierte Historiker Moeller, der sich mit Dokumentarfilmen wie „Harlan – Im Schatten von Jud Süss“ und „Verbotene Filme“ bislang vor allem mit dem Film der Nazizeit beschäftigt hat, nicht nur seine Eltern dazu befragt, sondern auch andere wie Daniel Cohn-Bendit, den Schriftsteller Peter Schneider, den Sänger Marius Müller-Westernhagen und die ehemaligen RAF-Mitglieder Karl-Heinz Dellwo und Christof Wackernagel. Ausgangspunkt sind die Tagebuchaufzeichnungen von Trottas, sie lassen diese Zeit ebenso wieder lebendig werden wie Archivbilder aus der „Tagesschau“, darunter auch aufhetzende Kommentare eines Matthias Walden und, in seinem „ZDF-Magazin“, Gerhard Löwenthal.

Es geht um die Frage nach dem moralisch richtigen Verhalten, um den Blick auf das Damals aus der Perspektive von heute. Dass der hier unterschiedlich ausfällt, macht den Film so bemerkenswert. „Damals sind alle schlampig mit der Wahrheit umgegangen“, konstatiert Cohn-Bendit gegen Ende.

Sympathisanten – Unser ­deutscher Herbst D 2018, 101 Min., R: Felix Moeller. Start: 24.5.

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