Komödie

„Tangerine L.A.“ im Kino

Freundschaft auf dem Trans-Strich: „Tangerine L.A.“

Foto: Kool Filmdistribution

Es ist Weihnachten und die Trans-Prostituierte Sin-Dee muss von ihrer besten Freundin Alexandra erfahren, dass ihr Freund und Zuhälter Chester sie während ihres Knastaufenhaltes betrogen hat – und das auch noch mit einer echten Frau. Außer sich vor Wut geht sie auf die Suche nach Chester.
Es ist ein wilder Ritt durch ein Los Angeles, das man so selten auf einer Leinwand gesehen hat. Unterwegs machen die beiden Halt in einem Nachtclub, wo Alexandra einem Auftritt entgegenfiebert, der ihrem Leben eine neue Wendung geben soll.
Dem Filmemacher Sean Baker ist es gelungen, aus diesem Stoff kurzweiligen Screwball-Slapstick zu stricken – mit durchaus anrührenden Momenten. Schließlich erzählt der Film im Kern vor allem von Freundschaft und Loyalität. Dabei bleibt der Filmemacher auf Augenhöhe mit seinen Protagonisten. Auch visuell beeindruckt der Low-Budget-Film. Die Bilder wirken hyperreal – körnig und zugleich übersatt. Dass der ganze Film mit einem I-Phone gedreht wurde, lediglich mit einer Spezial-Linse aufgemotzt, illustriert, wie technische Möglichkeiten und eine unverbrauchte Ästhetik einander befeuern können.

Tangerine (OT) USA 2015, 87 Min., R: Sean Baker, D: Kitana Kiki Rodriguez, Mya Taylor, James Ransone, Start: 7.7.

Bewertungspunkte2

 

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