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„Tango libre“ im Kino

Tango libre

Fernand und Dominic teilen nach einem Raubüberfall eine Gefängniszelle. Sie teilen auch recht öffentlich eine Frau – Alice, die sie beide abwechselnd besuchen kommt. Alice wiederum besucht in ihrer Freizeit einen Tangokurs, wo auch der verklemmte Gefängniswärter JC Tanzschritte übt. So weit die Figurenaufstellung des ganz und gar ungewöhnlichen Beziehungs-, Knast- und Tangofilms des belgischen Regisseurs Frйdйric Fonteyne, der alle fünf bis zehn Jahre kleine filmische Perlen produziert („Une liaison pornographique“, „La femme de Gilles“). JC (der belgische Starkomiker François Damiens) beobachtet mit seinen großen Glupschaugen fasziniert das Liebesdreieck und verfällt dabei immer mehr Alice (Drehbuchautorin Anne Paulicevich), während Fernand (der brillant wandelbare Katalane Sergi Lуpez) versucht, im Knast ebenfalls Tango zu lernen. Welch Glück, dass er dort das argentinische Schwergewicht „Chicho“ Frumboli trifft, einen der größten Stars des zeitgenössischen Tangos. Es folgen schmerzhafte Szenen der Eifersucht und schöne Szenen von tanzenden Knastbrüdern. Wunderbar leichtfüßig, ästhetisch und präzise auf der Grenze zwischen Drama und Komödie inszeniert und von hervorragenden Schauspielern getragen.

Text: Catherine Newmark

Foto: Movienet Film

tip-Bewertung: Herausragend

Orte udn Zeiten: „Tango libre“ im Kino in Berlin

Tango libre, Belgien/Frankreich/Luxemburg 2012; Regie: Frйdйric Fonteyne; Darsteller: François Damiens (Jean-Christophe), Sergi Lуpez (Fernand), Jan Hammenecker (Dominic); 105 Minuten; FSK k.?A.

Kinostart: 13. Juni

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