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„Taxi“ im Kino

Wie hat sich Peter Dinklage in diesen Film verirrt? Der kleinwüchsige Mime, der gemeinhin alles an die Wand spielt, verkörpert die weit und breit einzige glaubwürdige Figur in „Taxi“, Kerstin Ahlrichs’ Verfil­mung des gleichnamigen Romans von Karen Duve aus dem Jahr 2008. Darin wird von Alex erzählt, die in den 80er-Jahren in Hamburg als Taxifahrerin arbeitet. Sie will sich nicht festlegen, sie lässt sich treiben, sie begeht den alten Fehler, Coolness mit Freiheit zu verwechseln. Und dann steigt eben eines Nachts dieser kleine Mann ein und fordert sie heraus. Das hätte interessant werden können, würde die Darstellerin der Alex nicht wiederum Coolness mit Ausdrucks­losigkeit verwechseln. Was dazu führt, dass Alex und ihre Macken einen alsbald ebenso anöden wie die sich zäh voranschleppende Handlung. Da kann dann sogar ein Kaliber wie Dinklage nichts mehr retten.    


Text:
Alexandra Seitz

Foto:
2014 Georges Pauly und BT Film

Orte und Zeiten: Taxi

Taxi D 2015; R: Kerstin Ahlrichs; D: Rosalie Thomass (Alex Herwig), Peter Dinklage (Marc), Stipe Erceg (Dietrich); 98 Min.

Kinostart: Do, 20. August 2015

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