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„Tears of April – Die Unbeugsame“ im Kino

Kriegsschauplätze macht sich das Kino gern zu eigen, um die Frage der Möglichkeit einer Moral in unmoralischen Zeiten aufzuwerfen. Ohne sich detailliert mit den historischen Ereignissen auseinanderzusetzen, betrachtet man menschliches Verhalten in einer Ausnahmesituation wie durch ein Brennglas. So lässt auch „Tears of April“ im finnischen Bürgerkrieg von 1918 einen Mann und eine Frau aufeinandertreffen, die den sich bekämpfenden Fronten der Roten und der Weißen angehören. Soldat Harjula will seine Gefangene Miina den Vergewaltigungen und Massenexekutionen durch seine Kameraden entziehen und einer gerechten Verurteilung zuführen. Die beiden glatten Fernsehdarsteller, deplatziert in den rauen Uniformen, werden dabei mit einem ganzen Arsenal entfesselter Gestalten kontrastiert, die ihre aufkeimende Liebe und ihr Leben bedrohen. Regisseur Louhimies bedient sich schematischer Figurenzeichnungen von Gut und Böse, die den Propagandafilmen der von ihm porträtierten Zeit entstammen könnten, und zelebriert mit seinen Bildern geradezu die Schrecken des Krieges.

Text: Valerie Bäuerlein

tip-Bewertung: Ärgerlich

Orte und Zeiten: „Tears of April“ im Kino in Berlin

Tears of April (Käsky), Finnland/Griechenland/Deutschland 2008; Regie: Aku Louhimies; Darsteller: Samuli Vauramo (Aaro Harjula), Pihla Viitala (Miina Malin), Eero Aho (Emil Hallenberg); Farbe, 113 Minuten

Kinostart: 3. September

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