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„Tengri – Das Blau des Himmels“ im Kino

Amira lebt in einem Jurtenlager von Schafzüchtern im hügeligen Grasland Kirgisiens. Ihr Mann kämpft als Mudschaheddin-Söldner in Afghanistan; bei den seltenen Besuchen zu Hause zeigt der strenggläubige Mohammedaner seiner liebeshungrigen Gemahlin die kalte Schulter. Als der arbeits­lose Seemann Temür in das Lager kommt und ein Auge auf die attraktive Frau wirft, beginnt Amira ein Verhältnis mit ihm. Doch dann kehrt ihr Mann wieder heim, und Temür und Amira fliehen zu Pferde – verfolgt vom wutentbrannten Gatten und drei weiteren Reitern, die den Ehebruch blutig rächen wollen. Teils ethnografischer Spielfilm, teils wildromantisches Liebesdrama, zeigt „Tengri“ die Lebensweise und Gebräuche eines sangesfreudigen Volksstammes und beeindruckt mit grandiosen Landschaftspanoramen. Auf Dauer wird jedoch der Substanzmangel der Handlung deutlich. Zu zaghaft werden Themen wie Gewalt in der Ehe, Alkoholis­mus und Umweltzerstörung behandelt. Wieder und wieder wird das flüchtende Liebespaar vor wechselnden Naturkulissen gezeigt, bis das Interesse an ihrem Schicksal erlahmt.

Text: Ralph Umard

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Tengri“ im Kino in Berlin

Tengri Frankreich/Deutschland 2008; Regie: Marie Jaoul de Poncheville; Darsteller: Albina Imashewa (Amira), Hйlиne Patarot (Raissa), Elim Kalmuratow (Temür); Farbe, 98 Minuten; Kinostart: 20. August

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