Dokumentarfilm

„The Chinese Lives of Uli Sigg“ im Kino

Eine Schweizer Aufzugfirma war eine der ersten, die sich in der Volksrepublik China geschäftlich engagierte, nachdem Deng Xiaoping eine Öffnung der kommunistischen Staatswirtschaft verfügt hatte

Foto: Aurore Belkin

Mittendrin: Uli Sigg, ein Vermittler zwischen zwei Welten. Zudem wurde Sigg zu einem der wichtigsten Sammler und Kuratoren der neuen chinesischen Kunst, die seit den 1990er-Jahren einen Boom erlebt.
Die Geschichte eines Angestellten, der sich neu als Figur erfindet, wie sie nur der internationale Kunstmarkt in all seinem Größenwahn und der Naivität möglich macht, hätte einen interessanten Film ergeben können. Leider beschränkt sich Michael Schindhelm auf Hofberichterstattung: Er lässt die Kar­riere von Sigg, die 2019 mit der Eröffnung eines von ihm initiierten ­Museums in Hongkong den Höhepunkt erreichen soll, Revue passieren, als wäre das alles eine klare Sache gewesen, vorausgesetzt, man hat die richtige Vision. Sigg erzählt von seinem Wirken, dazu Statements von Ai Weiwei und anderen Künstlern und Beteiligten sowie interessante Aufnahmen. Ein sehens­werter Film, dem ein stärker analytischer Blick gut getan hätte.

The Chinese Lives of Uli Sigg CH 2016, 93 Min., R: Michael Schindhelm, Start: 3.8

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