Hommage

„The Disaster Artist“ im Kino

Scheitern als Kult: „The Disaster Artist“ verbeugt sich vor Tommy Wiseau

Warner Bros/ Justina Mintz

Es gibt viele schlechte Filme, aber kaum ­welche, die in jeder Hinsicht so schlecht sind wie „The Room“ (2003) des gebürtigen Polen Tommy Wiseau. Gedreht mit einem Budget von sechs Millionen Dollar, spielte er am Start­wochenende weniger als 2.000 Dollar ein, warf dann aber als Kultfilm in Spätvorstellungen noch Gewinn ab.

Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller James Franco verkörpert Wiseau hier (mit schwer zu synchronisierendem Akzent) als affektierten, zuweilen sinister wirkenden ­Exzentriker im Alice-Cooper-Look. Francos jüngerer Bruder Dave weist dagegen als ­Wiseaus bester Freund Greg mit breitem ­Dauergrinsen eine gewisse Ähnlichkeit mit dem jungen Tom Cruise auf.
Die Handlung wird in drei Phasen entwickelt: die Entstehung der Freundschaft, das Scheitern als Schauspieler in Hollywood und die desaströsen „The Room“-Dreharbeiten – der mit Abstand amüsanteste Teil dieser „Hommage“. Souverän spielt Seth Rogen den entnervten Script-Supervisor, dazu gibt es Kurzauftritte von Stars wie Melanie Griffith, Sharon Stone, Bryan Cranston – und Wiseau selbst. Über weite Strecken weist der Film trotz witziger Szenen aber Längen auf, wobei Wiseau mal als komische, mal als tragische Figur erscheint. Seine höchst eigenartige Persönlichkeit wird nur oberflächlich beleuchtet. Die bedingungslose Anhänglichkeit und Bewunderung, die der naive Greg dem mysteriösen Sonderling ­entgegenbringt, ist von daher nur schwer nachzuvollziehen.

The Disaster Artist USA 2017, 104 Min., R: James Franco, D: James Franco, Dave Franco, Seth Rogen, Alison Brie, Zac Efron, Start: 1.2.

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