Endzeitthriller

„The Domestics“ im Kino

Brutaler Rassismus, soziale Verheerungen, wirtschaftlicher Kollaps und Naturkatastrophen haben die USA zum Einstürzen gebracht

Alfonso Bresciani

So beschließen die Volksvertreter, das Volk sei dem Planeten nicht mehr zuzumuten. Tödliche Toxine werden über den Städten versprüht.

Was zunächst wie ein bitterböser Kommentar auf die Ära Trump erscheint, entpuppt sich als ein plumper Gewaltfilm, der das Potenzial der dystopischen Rahmenerzählung nie ausschöpft. Diese ist bloß der Aufhänger eines banalen Endzeitszenarios, das die Welt in Gut und Böse teilt und keine Ambivalenzen kennt. Die der Ausmerzung Entkommenen fallen oft in frühere Zivilisationsstufen zurück, lächerliche Fellbekleidung und Kannibalismus inklusive. In den Ruinen gilt das Recht des Stärkeren. Doch ein hübsches, weißes, heterosexuelles Pärchen wahrt den Anstand auch im Angesicht des Horrors und bleibt gut und spießig und vorstädtisch.

„The Domestics“ lehrt dabei vor allem: Hätte es zuvor bloß mehr dieser normalen, rechtschaffenen Amerikaner gegeben, dann hätte man die Menschen nicht ausrotten müssen.

The Domestics USA 2018, 95 Min., R: Mike P. Nelson, D: Kate Bosworth, Tyler Hoechlin, Lance Reddick, Start: 23.8.

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