Actionfilm-Sequel

„The Equalizer 2“ im Kino

Vortreffliche Dialoge, geschickt verknüpfte Szenarien, ein ausgewogener Wechsel von perfekt geschnittenen Action-Sequenzen und darstellerisch starken Momenten, sowie prägnant charakterisierten Figuren, wie der von Marton Csokas mit diabolischen Charisma verkörperter Superbösewicht – all diese Vorzüge, die „The Equalizer“ 2014 zu einem herausragenden Action-Krimi machten, lässt diese lahme, uninspirierte Fortsetzung vermissen.

Sony Pictures

Wieder killt Denzel Washington als Robert McCall – seines Zeichens Ex-Terminator der CIA im Ruhestand – ganz allein in Superheldenmanier eine Reihe von ausstrahlungsarm auftretenden, kaum charakterisierten Schurken, zum Teil in ultrabrutaler Manier. Doch die Action-Montagen sind holprig, die Dialoge läppisch und die Story ist verkorkst, Spannung kommt selten auf. Es dauert lange, bis die zerfahrene Handlung einigermaßen in Fahrt gerät. Erst als McCalls beste (und einzige) Freundin (Melissa Leo) massakriert wird, tritt er in Rambo-Manier zum Rachefeldzug an, das letzte Filmdrittel wirkt streckenweise wie ein Ego-Shooter-Computerspiel.

Eine Nebenhandlung, in der McCall einen talentierten Kunststudenten vorm Abdriften in die Krimalität bewahrt, wird nur ansatzweise entwickelt. Denzel Washington agiert eigenartig unbeteiligt, so als habe er kein Interesse an seiner Rolle und erledige seinen Job bloß wegen des Honorars. Ashton Sanders hingegen verkörpert den frustrierten Studenten aus dem Unterschichtsmilieu mit sichtlichem Engagement. Dieser „Ein Mann sieht rot“-Abklatsch gehört zu den Filmen, bei denen man emotional unbeteiligt das Ende der Vorstellung herbeisehnt.

The Equalizer 2 USA 2018, 120 Min.; R: Antoine Fuqua; D: Denzel Washington, Pedro Pascal, Ashton Sanders. Start: 16.8.

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