Actionhorror-Prequel

„The First Purge“ im Kino

„Kill the Poor“ – Jello Biafra, einstiger Kopf der Punkband Dead Kennedys, formulierte bereits 1980 sarkastisch eine radikale Strategie zur Sanierung sozialer Missstände: „Unansehnliche Slums gehen in Flammen auf, Millionen Arbeitslose verschwinden: Tötet die Armen!“ Das gleiche Ziel verfolgt eine faschistoide US-Regierung in diesem utopischen Thriller: Sie initiiert probeweise auf Staten Island in New York einen zeitlich begrenzten Ausnahmezustand totaler Anarchie, in der Hoffnung, dass arme Leute sich bei der Gelegenheit gegenseitig umbringen. Als die Inselbewohner dem Aufruf zur Gewalt anfangs nur zögerlich folgen, werden rechtsradikale Milizen und Söldnertruppen als Killerkommandos eingesetzt.

Foto: Universal Pictures/Annette Brown

„Ich mache mir Sorgen um dieses Land“, sagt eine Protagonistin in diesem gruseligen Szenario, das man als Warnung ansehen kann vor rassistischen Tendenzen und der ungebrochenen Macht der Waffenlobby in den USA, wo ein unberechenbarer, egozentrischer Großkapitalist in autokratischer Manier regiert, wo schießwütige Amokläufer für Schlagzeilen sorgen und die Kluft zwischen Arm und Reich tiefer wird. Gerard McMurrays geschickt montiertes Kinoregiedebüt verbindet scharfsichtige Gesellschaftskritik mit packend gestalteteter Action. Rotimi Paul sorgt als psychotischer Killer Skeletor für Horror-Highlights, und ironischerweise kämpft ausgerechnet ein schwarzer Gangsterboss (Y’lan Noel) im Unterhemd wie Bruce Willis („Stirb Langsam“) als Retter. Prwequel zur erfolgreichen „The Purge“-Reihe.

The First Purge USA 2018, 97 Min., R: Gerard McMurray; D: Y’lan Noel, Lex Scott Davis, Joiwan Wade. Start: 5.7.

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