Historienfilm

„The Girl King“ im Kino

Gegen die Männerwelt: Kristina Wasa geht als „The Girl King“ neue royale Wege

Foto: NFP

Mika Kaurismäki, der ältere Bruder von Aki, ­entführt uns in den 30-jährigen Krieg und an den Hof in Schweden. Nachdem der König 1632 auf dem Schlachtfeld umgekommen ist, wird seine Tochter Kristina im Alter von sechs Jahren zur Regentin ernannt und wie ein ­Junge erzogen. Kristina (Malin Buska), eine eher ­herbe Schönheit, ist dann als ­Königin ab 1644 bestrebt, frischen Wind in die von Männern ­dominierte Adelswelt zu bringen. Sie ­interessiert sich für die schönen Künste und die Lehren des Philosophen René Descartes. Ein Katholik! Also ein Kriegsfeind! Und dann will Kristina nach jahrzehntelangem Gemetzel auch noch Frieden herbeiführen!
Zu allen diesen Plänen und Verstößen gegen die Sitte stößt es ihrem Mentor, Kanzler Alexander von Oxenstierna (Michael Nyqvist) auf, dass Kristina an ihrer Zofe, der bildhübschen Komtess Ebba Sparre (Sarah Gadon), einen Narren gefressen hat.
Eine fürwahr ungewöhnliche Person, diese Kristina Wasa und durchaus einen ­aufwändigen Historienschinken wert. Den liefert uns Kaurismäki mit dieser internationalen Koproduktion auch. Viel Kostüm, jede Menge Konflikte, prächtig anzuschauen und gut besetzt. Doch vom Kinostuhl reißt einen der Film nicht, dafür ist die Inszenierung trotz des modernen Ansatzes und des homoerotischen Aspekts dann doch zu konventionell geraten.

The Girl King D/FIN/S/CAN 2015, 105 Min., R: Mika Kaurismäki,  D: Malin Buska, Sarah Gadon, Michael Nyqvist, Lucas Bryant, Start: 21.7.

Bewertungspunkte3

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