Krimiverfilmung

„The Girl On The Train“ im Kino

Oberschlaue Adaption aber dennoch kein Hitchcock

Foto: Storyteller

Lange haben die Fans des Bestsellers von Paula Hawkins nicht auf die Verfilmung warten müssen, und die Besetzung der Rachel mit der famosen Britin Emily Blunt sorgte für Vorfreude. Sie ist, wie immer, sehenswert – der Film leider nicht. Ob es daran liegt, dass Regisseur Tate Taylor („The Help“) mit dem Psychothriller nicht ganz klarkommt, oder eher daran, dass die Inszenierung die Schwächen der aufgeplusterten Vorlage erst deutlich werden lässt?
Im Pendlerzug nach New York City sich befindend, beobachtet Rachel zwei Szenarien: In ihrem Ex-Haus, in dem ihr Ex-Mann Tom mit seiner Neuen Anna und dem Baby wohnt, sieht sie ihr zerstörtes Glück. Zwei Häuser weiter erkennt sie in der schönen Megan und deren Mann Scott das Glück, wie es ­hätte sein sollen. Eines Tages küsst Megan auf dem Balkon einen fremden Mann, am nächsten Tag ist sie verschwunden …
Die Aufteilung der Erzählperspektive auf drei labile und unzuverlässige Frauen mag im Buch einigermaßen hinhauen, der Film verheddert sich jedoch gehörig und überdreht die oberschlaue Plot-Schraube gegen Ende bis zur Lächerlichkeit. Trotz blonder Heroinen und voyeuristischer Fensterblicke bitte keine Hitchcock-Vergleiche.

The Girl On The Train (OT) USA 2016, 105 Min., R: Tate Taylor, D: Emily Blunt, Rebecca Ferguson, Haley Bennett. Start: 27.10.

Bewertungspunkte4

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