Historiendrama

„The Great Wall“ im Kino

Spätestens seit Donald Trump sich mit einer entsprechenden Idee zum US-Präsidenten aufgeschwungen hat, sind Mauern wieder in Mode

Foto: Universal Pictures

Am Schicksal der großen chinesischen Mauer, die heute eine Touristenattraktion ist, kann man aber auch sehen, dass sie manchmal von begrenztem praktischem Wert sind. Symbolisch hingegen ist die Bedeutung kaum zu überschätzen, wie auch aus Zhang Yimous „The Great Wall“ hervorgeht.

Hier steht die chinesische Hochkultur einer so apokalyptischen Bedrohung gegenüber, dass jeder Mongolensturm daneben wie ein lächerlicher Froschmäusekrieg wirkt. Taoties sind Bestien, die aus einer Kreuzung von Orcs mit Aliens entstanden sein könnten. Die noblen Chinesen haben dagegen allerlei raffinierte, aber halt antike Waffengattungen entwickelt, darunter Bungee-Speerkämpferinnen. Hülfe alles nix, wäre da nicht auch noch ein Bogenschütze, der eindeutig aus dem Abendland stammt: William (Matt Damon) ist gleichsam die Geheimwaffe, denn er lernt interkulturelles Vertrauen („shinren“), während er Taoties erlegt. „The Great Wall“ beruht auf einer Idee von Max Brooks („World War Z“), was sich visuell nahelegt, denn auch die Taoties berennen mit Vorliebe in Heerscharen, nun, Mauern!

Zhang Yimou, dessen Karriereverlauf vom Neorealismus zum Spektakelmeister selbst spektakulär ist, präsentiert sich hier mit einer geopolitisch vage resonanten Actionlegende, deren Schauwerte die inhaltliche Dürftigkeit halbwegs aufwiegen. Bert Rebhandl

The Great Wall CHI/USA 2016, 104 Min., R: Zhang Yimou, D: Matt Damon, Jing Tian, Pedro Pascal, Willem Dafoe

Bewertungspunkte3

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