Selbstversuch

„The Happy Film“ will den Weg zum Glück zeigen

Der in New York lebende Österreicher Stefan Sagmeister gestaltet als Grafiker Plattencover für illustre Kunden wie die Talking Heads oder Jay-Z. Er ist so erfolgreich, dass er regelmäßig ein Jahr Auszeit nehmen kann. Glücklich ist er trotzdem nicht. Und beschließt deshalb, der ­Frage nachzugehen, ob er das Glücklichsein lernen kann. Das Ergebnis dieses Selbstversuchs ist dieser Film und „The Happy Show“, eine seit Jahren tourende Wanderausstellung. Die gute Nachricht: Der Film ist kein esoterischer Motivationsstreifen, sondern eine launige Selbsterforschung, die vieles offen lässt. Die schlechte: Substanzielle Einblicke in die Glücksforschung bietet Sagmeister kaum.

The Happy Film
Foto: Mindjazz Pictures, Tobis

Drei Methoden probiert der Mitt-50er aus: Meditation, Gesprächstherapie und Psychopharmaka. Seine aktuelle Befindlichkeit doku­mentiert er nach einem persönlichen Ranking. Doch Glück ist eben ein subjektives Empfinden, und so gerät das Ganze zur selbstverliebten Nabelschau. Der gestalterische Aspekt zumindest ist sehr gelungen: Hübsche visuelle Spielereien sorgen dafür, dass man gerne dabei bleibt. Aber Sagmeister ist einfach ­etwas zu gerührt von sich selbst.

The Happy Film USA 2016, 91 Min., R: Stefan Sagmeister, Ben Nabors, Hillman Curtis, Start: 5.1.

Bewertungspunkte3

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