Dokumentarfilm

„The King – Mit Elvis durch Amerika“ im Kino

Dieser Dokumentarfilm erweitert seinen biografischen Ansatz um eine interessante ­Ebene: Welche Bedeutung hat Elvis Presley über 40 Jahre nach seinem Tod für die US-Gesellschaft?

Arsenal

Die Grundidee ist sympathisch: Sich mit dem originalen Rolls Royce von Elvis auf einen Roadtrip durch die USA zu begeben, dazu Musiker und Interviewpartner einzuladen oder zu besuchen, alte Freunde und Nachbarn von Presley ebenso wie musikjournalistische Koryphäen, etwa den Elvis-Biografen Peter Guralnick oder Greil Marcus.

Der Film ist eine subjektive Spurensuche nach dem Erbe, das Presley hinterlassen hat, auf einer Reise, die von seinem Geburtsort ­Tupelo über Memphis, Nashville, New York bis nach Las Vegas geht. Zudem ist er eine Reise durch die USA des Wahljahres 2016, in dem Trump auf dem Weg ist, US-Präsident zu werden.

Die Frage nach den Resten des „American Dream“, den Elvis als junger Mann aus einfachen Verhältnissen, der zum weltgrößten Popstar wurde, immer noch im kollektiven Gedächtnis des Landes verkörpert, zieht sich als roter Faden durch den Film. Über weite Strecken ist diese Wechselwirkung zwischen ihm als popkultureller Ikone und dem deprimierenden Zustand der jetzigen US-Gesellschaft von bemerkenswerter Beobachtungsgabe, scharfsinniger Analyse und pointierter Montage geprägt.

Eine oberflächliche Heldenverehrung liegt Jarecki fern, vehement wird im Film auch über den durchaus berechtigten Vorwurf gestritten, Presley hätte seinen Erfolg nur dem Diebstahl schwarzer Musik zu verdanken, der schwarzen Community dafür aber nie etwas zurückgegeben.

The King (OT) USA 2018, 109 Min., R: Eugene Jarecki, Start: 19.4.

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