Abenteuerfilm

„The Legend of Tarzan“ im Kino

Historisch reflektiert: „The Legend of Tarzan“ geht moderne Wege

Foto: Warner

Die Legende von Tarzan kann man heute nicht mehr so erzählen, wie sie vor gut 100 Jahren erfunden wurde. Zu deutlich hat man inzwischen das damalige Bild von Afrika, das nicht zuletzt die vielen Filme über den Sohn des Dschungels bekräftigt haben, als rassistisch durchschaut. Die aktuelle Version von David Yates kann man da als einen Versuch begreifen, die tradi­tionellen Attraktionen mit einer politisch und historisch ­reflektierteren Geschichte zu vermitteln.
So wird John Clayton, wie Tarzan nach seiner Rückkehr nach England wieder heißt, zu einem Gegenspieler des belgischen Kaisers Leopold II, verantwortlich für Gräueltaten im Kongo. Vor allem die Figur des Afroamerikaners George Washington Williams wird zu einem Mittelsmann. Doch ­Samuel L. Jackson versteht sich nunmal besser auf ironische Spielarten, und von „Django Unchained“ weiß David Yates nicht viel mehr, als dass er auch noch Christoph Waltz in einer Rolle aufbietet, in der er unterfordert ist.
Letztlich ist dies dann doch nur ein Versuch, einen in alle Richtungen abgesicherten, naiven Abenteuerfilm zu machen – ein Widerspruch in sich.

The Legend of Tarzan USA 2016, 102 Min., R: David Yates, D: Alexander Skarsgård, Samuel L. Jackson, Margot Robbie, Djimon ­Hounsou, Start: 28.7.

Bewertungspunkte3

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