Horrorkrimi

„The Limehouse ­Golem“ im Kino

Ist tatsächlich „The Limehouse ­Golem“ der Serienkiller?

Foto: Concorde / Nicola Dove

Gothic-Horrorkrimi und Sittenbild eines ­Londoner Vergnügungsviertels im Jahr 1880, ein Einblick in frühe Kriminaltechniken und ein Drama um entrechtete Frauen – Juan Carlos Medinas „The Limehouse Golem“ erzählt auf verschlungenen Wegen eine vielschichtige Story. Für den Gothic-Effekt sorgt ein Serienkiller, der im Londoner Limehouse-Bezirk zwischen Opiumhöhlen und Varietébühnen sein Unwesen treibt, und dabei seine Opfer derart verstümmelt, dass die Bevölkerung bereits an einen übernatürlichen Täter glaubt.

Doch Kommissar John Kildare (Bill Nighy) denkt da rationaler, er setzt auf Detektion und Spurensicherung. Was nicht so einfach ist, wenn ständig alle möglichen Leute durch den Tatort trampeln und hinter jeder Ecke ein Journalist steht.

Als ein Verdächtiger ermordet und dessen Frau, die Varietékünstlerin Lizzie Cree (Olivia Cooke), als vermeintliche Täterin festgenommen wird, verlagert sich das Interesse des Kommissars: Der Versuch, Lizzies Unschuld zu beweisen, wird für Kildare zur einer Obsession, die auch den Film zusehends forttreibt in das düstere Sittenbild einer entrechteten Unterschicht mit rauen Vergnügungen und unterdrückten Frauen.

Ein reiner Genre-Thriller ist „The Limehouse Golem“ somit nicht, doch die verschiedenen Erzählstränge bleiben stets interessant und werden zusammengehalten vom souveränen Bill Nighy.

The Limehouse Golem GB 2016, 109 Min., R: Juan Carlos Medina, D: Bill Nighy, Olivia Cooke, Eddie Marsan, Douglas Booth, Start: 31.8.

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