Klassikervariante

„The Man Who Killed Don Quixote“ im Kino

Im Grunde hat Terry Gilliam seit den Tagen, als er bei den Monty-Python-Sketchen für die Animationssequenzen zuständig war, Varia­tionen des immer gleichen Themas gefilmt: den Kampf zwischen Autorität und Kreativität, den am Ende stets die Fantasten, Visionäre und Verrückten für sich entscheiden

Diego Lopez Calvin

In dieser Hinsicht ist Gilliam selbst ein Träumer geblieben – einer mit beachtlichem Beharrungsvermögen. Das zeigt allein die verworrene Produktionsgeschichte seines „Don Quixote“-Projekts, das seit den 80ern viele Drehbuch- und Planungsstadien durchlief, inklusive abgebrochener Dreharbeiten, als ein Sturm die Kulissen wegfegte und der Hauptdarsteller mit Bandscheibenvorfall ausfiel ­(siehe Interview).

Dass jetzt überhaupt ein „Don Quixote“ des heute 77-jährigen Regisseurs vorliegt, ist ­erstaunlich. Und es ist zweifellos ein typischer Gilliam-Film geworden, im Guten wie im Schlechten. Im Mittelpunkt einer reichlich ­verworrenen Geschichte steht Toby (Adam Driver), der uninspirierte Regisseur eines „Don Quixote“-Films, der mit einem eigenen ­Jugendwerk zum selben Thema und den Auswirkungen der Illusionsmaschinerie Kino auf seine ehemals unbedarften Laiendarsteller konfrontiert wird. Das Ganze hat seine gelegentlichen schwarzhumorigen Momente, die allerdings immer wieder im Bombast der Filmsets und einer dreimal um die Ecke gedachten Handlung auf mehreren Ebenen zu verschwinden drohen. Gebremst hat Gilliam diesmal offenbar niemand.

The Man Who Killed Don Quixote E/B/F/P/GB 2018, 132 Min., R. Terry Gilliam, D: Adam Driver, Jonathan Pryce, Stellan Skarsgård, Start: 27.9.

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