Thriller

„The Secret Man“ im Kino

Unbedingt loyal: The Secret Man schaut hinter die Watergate-Affäre

Foto: Wild Bunch Germany

„Präsidenten kommen und gehen. Die CIA bleibt. Das FBI bleibt. Wir sind die Konstanten.“ Mit dieser Bemerkung, die ein CIA-Mitarbeiter zum stellvertretenden FBI-Direktor Mark Felt (Liam Neeson) macht, fasst er die Haltung des Films „The Secret Man“ gegenüber seinen Hauptfiguren und den Institutionen, die sie vertreten, präzise zusammen. Auch Felt, der mitten in den Auswirkungen des Watergate-Skandals steckt, würde dieser Aussage zweifellos zustimmen. Denn die von US-Präsident Nixon ­gebilligte ­Abhöraffäre zu Lasten der Demokratischen ­Partei verwickelt ihn in einen Kampf um die ­Unabhängigkeit seiner Behörde – auch gegen seinen eigenen Vorgesetzten, einen präsidententreuen Mann, der die Ermittlungen nach Kräften torpediert.

Was niemand weiß: Felt ist auch „Deep Throat“, die berühmte Insiderquelle, von der die Journalisten der „Washington Post“ jene Informationen beziehen, die schließlich zum Rücktritt Richard Nixons beitragen. Der Film stilisiert Felt – der ironischerweise später zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, weil er illegale Einbrüche bei ­Terrorverdächtigen autorisiert hatte – dabei nicht zum makellosen Ritter für die Demokratie, ­sondern schafft das Porträt eines Mannes von aufrechter Loyalität gegenüber seiner Behörde, die er mit allen Mitteln zu verteidigen sucht. Diesen Kleinkrieg der Politik gegen die Strafverfolgung hat Regisseur Peter Landesman spannend in Szene gesetzt, auch wenn man auf Details der Ermittlungsarbeit verzichten muss.

Mark Felt: The Man Who Brought the White House Down (OT) USA 2017, 103 Min., R:; Peter Landesman, D: Liam Neeson, Diane Lane, Marton Csokas, Tony Goldwyn, Start: 2.11.

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