Horrorfilm

„The Strangers – ­Opfernacht“ im Kino

Zerstrittene Familien, die im Angesicht des Schreckens wieder zusammenfinden, gehören zu den Klischeebildern des Kinos. Der neuere Horrorfilm hat den Zuschauer gelehrt, dass es dabei nicht ohne größere Opfer abgeht. Wer aus der vierköpfigen Familie wird überleben? Die Mutter, weil sie mit Christina Hendricks („Mad Men“) am prominentesten besetzt ist? Oder wird das Ganze ausgehen wie der Vorläuferfilm „The Strangers“? Der lieferte 2008 ein beklemmendes Kammerspiel, in dem Regisseur und Autor Brian Bertino die Dynamik ­innerhalb der Familie erforschte. Bertino zeichnet diesmal als Ko-Autor verantwortlich, die Regie hat Johannes Roberts übernommen, der mit „F – London High School Massacre“ und mit „Storage 24“ zeigte, dass er sich mit jenen Schreckensfilmen auskennt, die auf einen einzigen Ort konzentriert sind.

Foto: SquareOne/Universum

Trotzdem ist der Film eher eine Enttäuschung, mehr Wiederholung als Weiterentwicklung des Vorläufers, eigentlich nur den Innenraum durch das nächtliche Trailerparkgelände ersetzend. Neu ist die Vorliebe der maskierten Killer (zwei junge Frauen mit langen Messern und ein Mann mit großer Axt) für Popsongs der 80er-Jahre. Das passt, weil auch der Film an die damalige Blüte des Slashergenres erinnert. In seinen besten Momenten gelingt es ihm, eine Atmosphäre des Schreckens zu erzeugen. Wenn allerdings am Ende das Böse immer ­wieder aufsteht, mag das zwar als Verbeugung vor den Filmen jener Zeit gedacht sein, es wirkt aber eher albern. 

The Strangers: Prey at Night (OT) USA 2018, 85 Min., R: Johannes Roberts, D: Christina Hendricks, Martin Henderson, Bailee Madison, Start: 21.6.

 

 

Mehr über Cookies erfahren