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Dokumentarfilm

„The Visit – Eine außerirdische Begegnung“ im Kino

Von der Idee, die Erde mit dem Menschen als Gottes Ebenbild stünde im Mittelpunkt des Universums, musste sich die Menschheit aufgrund nicht zu leugnender wissenschaftlicher Erkenntnisse ja schon vor geraumer Zeit verabschieden.

Foto: Farbfilm/ Heikki Färm, Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion

Doch obwohl wir nun wissen, dass wir auf einem relativ unbedeutenden Planeten um einen relativ unbedeutenden Stern kreisen, nehmen wir uns doch noch immer reichlich wichtig.
Jedenfalls projizieren wir unsere eigenen Hoffnungen und Ängste gern auch auf andere – selbst wenn wir sie nicht kennen oder nicht einmal wissen, ob es sie überhaupt gibt. Ein gutes Beispiel dafür ist die Suche nach außerirdischem Leben. Das könnte theoretisch vielerlei Formen haben, falls es denn existiert. Doch irgendwie werden wir in unserer Vorstellung immer wieder auf uns selbst zurückgeworfen.

Der dänische Konzeptkünstler und Regisseur Michael Madsen hat mit „The Visit“ jetzt einen Film über dieses Thema gemacht und dafür Astrophysiker, Astrobiologen, Politiker, Juristen und Ethiker gebeten, den möglichen Ablauf eines außerirdischen Erdenbesuch durchzuspielen und Fragen an den Besuch aus dem Weltraum zu formulieren.Und das ist vor allem deshalb spannend, weil es fast nichts über Aliens aussagt, aber zusehends immer mehr über das menschliche Denken enthüllt. Den tatsächlichen Besuch von Außerirdischen brauchen wir eigentlich gar nicht. Aber wir benötigen die Aliens als sinnstiftende Projektionsfläche. Schon allein, um uns zu versichern, dass wir nicht einfach ein Zufallsprodukt des Universums ohne Sinn und Zweck sind.

The Visit DK/IRL/A/FIN/N 2015, 83 Min., R: Michael Madsen, Start: 22.9.

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