Frauenpower

„Tiger Girl“ im Kino

Zwei junge Frauen in provokanter Angriffsposition: „Tiger Girl“
Foto: Constantin Film

Margarete (Maria Dragus, „Das weiße Band“) ist frustriert, weil sie bei der Aufnahmeprüfung für die Polizeischule durchgefallen ist. Dann macht sie eben eine Ausbildung bei einem privaten Sicherheitsdienst, Hauptsache Uniform. Auftritt Tiger (eine Entdeckung: Ella Rumpf, Foto). Die lebt in einem alten Bauwagen und weiß sich auf den ­Straßen Berlins durchzusetzen, zur Not mit Martial Art. Tiger tauft Margarete in Vanilla um und bringt ihr bei, sich durchzusetzen. Gemeinsam ziehen die jungen Frauen durch Berlin und zweckentfremden auch mal diverse Uniformen. Doch dann muss ­Tiger feststellen: Vanilla hat das mit der „unbedingten Freiheit“ in den falschen Hals bekommen – sie tendiert immer mehr zu sinnloser Gewalt.
Besonders die erste Hälfte von „Tiger Girl“, dem neuen Film des Berliners Jakob Lass („Love Steaks“), beeindruckt durch eine Vitalität, wie sie selten im deutschen Film zu erleben ist. Das hat sicherlich auch mit dem breiten Raum zur Improvisation zu tun, die Lass seinen Schauspielern stets gewährt und die ja auch schon „Love Steaks“ zu einem besonderen Kinoerlebnis werden ließ.
In der zweiten Hälfte müht sich der Film dann ­allerdings ein wenig, das ganze Frauenmachoding zu einem nachvollziehbaren Finale zu bringen, da geht Jakob Lass der Improvisationscharme etwas flöten. Dennoch: ein Film mit ganz starken Momenten, der gut in den Berlinale-Wettbewerb gepasst hätte.

Tiger Girl D 2017, 90 Min., R: Jakob Lass, D: Ella Rumpf, Maria Dragus, Enno Trebs, Orce Feldschau, Swiss, Start: 6.4.

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