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Til Schweiger hat Angst

Die Memmen des Monats heißen Til Schweiger und Shah Rukh Khan. Beide zittern offensichtlich vor einem offenen, ehrlichen Wort und verstecken ihre neuen Filme ängstlich vor der Presse.sha_ruk_khanDer Bollywoodstar fürchtet dabei wohl eher die Raubkopierer und startet „Rab ne bana di jodi“ unter Ausschluss der Medienöffentlichkeit am 11. Dezember.

Nach tip-Informationen werden die ersten Raubkopien der Liebesromanze in Berlin übrigens ab 20. Dezember erhältlich sein. Til Schweiger hat weniger Fracksausen vor den Raubkopierern, sondern vor der Filmkritik. Darum zeigt er „1 1/2 Ritter – Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde“ (Kinostart: 18. Dezember) nur ausgewählten, befreundeten, wohlwollenden Journalisten, die im Ernstfall auch vor Speichelleckereien und unbegründeten Lobhudeleien nicht zurückschrecken.

Statt einer ordentlichen Pressevorführung gibt es dann ein heimeliges Screening für „Friends and Family“ – so heißen diese Kuschelveranstaltungen, bei denen man unter sich ist.

ritter_1Die deutsche Sprache kennt viele Worte für solche Feiglinge: Angsthasen, Drückeberger, Duckmäuser, Flaschen, Hasenfüße, Hasenher­zen, Hosenscheißer, Kneifer, Memmen, Schisser, Schlappschwänze, Schwächlinge, Sissis, Waschlappen, Weicheier. Wir nennen sie einfach Til Schweiger und Shah Rukh Khan.

Ganz das Gegenteil von Schweiger und Shah Rukh ist Bo­rat-Darsteller Sacha Baron Cohen. Inzwischen ist er nicht mehr als kasachischer Reporter unterwegs, sondern als der österreichische schwule Modejournalist Bruno. Der Bruno-Film soll im Mai 2009 ins Kino kommen, doch schon jetzt zeigt Cohen einige prachtvolle Beute­stück­e auf YouTube. Brandneu ist der Dreiminüter Bruno vs Neo Nazi’s. Darin unterhält sich gay Bruno auf dem Skinheadfestival „Evilfest“ mit einer Neonaziband und einer altgedienten Glatze. Schon jetzt ein Bruno-Klassiker: „We gonna see Scheiße, we gonna see blood, we gonna see spunken.“

Um Altnazis und ihre Beseitigung geht es hingegen in Operation Walküre. Der Attentatsfilm, in dem Tom Cruise den Führer in die Luft sprengen will, hat nach einer ewig langen Postproduktionsphase nun endlich Weltpremiere: Am 15. Dezember zeigt Regisseur Bryan Singer seinen Film in New York her. Die Europapremiere wird am 20. Januar in Berlin steigen. Damit ist endgültig klar, dass die zu großen Teilen in Berlin und Babelsberg entstandene Produktion nicht auf der Berlinale laufen wird. Wollte die Berlinale „Operation Stauffenberg“ nicht, oder wollte Produzent Tom Cruise nicht ins Scientology-feindliche Berlin kommen?

the_internationalWie auch immer: Der Eröffnungsfilm der Berlinale steht nun fest: Am 5. Februar starten die Internationalen Filmfestspiele mit Tom Tykwers Thriller „The International“. Der wurde ja auch in Babelsberg gedreht und kann mit Clive Owens, Naomi Watts und Armin Mueller-Stahl aufwarten. Auch nicht schlecht.

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